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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Urkunde wußte sie ihr Bruder, Gr. Rudolf, Johanniter-Ordensmeister iu Deutsch-lanv zu bewegen, daß sie auch fernerhin die drei Herrschaften Heiligeuberg, Sigma-ringeu und Trochtelfingen vereint ließen. Ulrich sollte in Heiligenberg, Hugo inSigmaringen und Georg in Trochtelfingen wohnen, die sämmtlichen Einkünfte niitersich gleich vertheilt werden. Zu diesem Behufe wurde Sigmaringe» zu 2100 fl.,Heiligenberg zu 2200 fl. und Trochtelfingen mit Jungnan zu 900 fl. 4 hlr. ange-schlagen. Auf diesem Gesammteinkommen hafteten 1703 fl. an Passiv-Zinsen,Leibgeding und Renten. *)

Im Jahre 1300 waren die drei Bruder das letztem»! vereint auf dem schwäb.Bundestage. Noch in demselben Jahre trennte der Tod diesen brüderlichen Verein,indem den 12. Mai 1500 Gr. Georg von Werdenberg starb.

Mit seinem Tode wurde der häusliche Friede auf eine traurige und auffallendeWeise getrübt. Gr. Hugo und seine Neffen Johann V., Christoph und Felir nah-men den Gr. Ulrich ii., welcher in Heiligenberg wohnte, gefangen und führten ihnmit Gewalt nach Sigmaringen, woselbst er den 17. Juli 1503 gleichfalls starb.Diese gewaltsame Maßregel gegen einen alten, abgelebten Greis erregte großes Auf-sehen und die Betheiligten wurden sogar, namentlich von ihren vielen Gegnern, desLandesfriedenbruchs beschuldigt. Doch der Kaiser Mar nahm sie in Schutz undsuchte ihren Leumund zu retten, indem er ihnen, <1c>. Augsburg 28. August 1500eine Urkunde einhändigte 2), j» welcher er ihnen bezeugt,daß sie seiner (Gr. Ul-richs) leiplichen Blödigkeit, gebrechenlicheiten vernumfft und krankheit halben getanre. rc. das Sloß zum heiligen perg eingenommen und besezt, wie Inen dan den pflich-ten nach damit Sy uns und dem heiligen Reiche verwandt, wol gebürt hat.

wie aber ettlich dieselben Handlung auszulegen, zu teutschen (deuten) und zu haltenvermeinen, als ob Sh darmil den Lantfriden .... auch die Vereinigung unserskunigl. pundts des Lands zu Swaben und in ander weg getan." Kaiser Marspricht sie daher von aller Schuld frei;haben wir zu Uiberfluffigkeit und merersicherheit, wie wol das nit not were, dieselben GrafHawgen, Johannsen, Chrystoffenund Feliren und ire verhelffer und anhenger sämmtlich und sonderlich von allen und

Heden 'Achten, penen und Leswerungen.entledigt und absolvirt", und befiehlt

endlich allen Churfürsten, Fürsten, geistlichen und weltlichen Grafen rc. rc.das shder obgemeldten Geschicht und Handlung halben.... den obbenanntcn keinerlei)Beswerung zufliegen" sollten. So blieb zwar dieser Handel auf sich beruhen,aber der »achtstellige Eindruck, den er auf viele hervorgebracht, ließ sich nicht so leicht

H Orig.-Urk. im fürstl. fürstenb. Arch. Auh. Nr. 318.2) Orig.-Urk. im fürstl. fürstenb. Arch. A»h. Nr. 321.