Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
430
JPEG-Download
 

430

durch ein kaiserl. Mandat tilgen und es haftete in den Augen Mehrerer immer eineMackel auf den betheiligren Grafen.

Gr. Georg hinterließ bei seinem Tode drei schon erwachsene Söhne, die obbe-nanntcn Johann, Christoph und Fclir. Er hatte aber auch Töchter, von welche»Elisabeth, wohl die älteste, zu Heilbronn am Dienstag nach Bartholomä 1485*)mit Erasmus Schenk von Erlach vermählt wurdet eine zweite, Agnes, war aneinen Gr. vom Limpurg verheirathet. Einer dritten erwähnt zwar der Stammbaumnicht, doch nennt Gr. Felir von Werdcnberg den Freih. Veit Wernher v. Zimmernwiederholt seinen Schwager. Letzterer muß demnach eine dritte Schwester des Gr.Felir von Werdenberg, oder aber eine der beiden obigen, als Wittwe, geheirathethaben. Die Gattin des Gr. Georg, Katharina, geb. Markgräfin von Baden, starbwohl vor ihrem Manne, da bei den Verabredungen, welche ihre drei Söhne überdie Erbschaft ihres Vaters trafen, ihrer nicht mehr erwähnt wird.

§. 19.

Gras Hugo von Werdenberg, des Grasen Hansen Sohn.(1463 1308.)

Der dritte und jüngste der drei weltlichen Söhne des Gr. Hans und der Eli-sabeth von Würtemberg war Gr. Hugo von Werdenberg. Dieser Graf Hugo wareiner der ausgezeichnetsten Männer seiner Zeit, gewissermaßen das Haupt und dieSeele seiner Familie, welche er auf den höchsten Glanzpunkt, den sie je erreichte,erhob. Nicht so fast Kriegsmann 2), war er ein tüchtiger, selbst großer Geschäfts-mann, welcher durch eine lange Reihe von Jahren (1460 1500) das volleVertrauen des Kaisers Friedrich und seines Sohnes Mar i. besaß und von ihnen inallen nicht nur schwäbischen, sondern auch andern Reichsangelegenheiten verwendet

>) Orig.-Urk. im fürstl. fürstenb. Arch. Anh. Nr. 304.

2) Doch auch als Kriegsmann erwies sich Gr. Hugo tüchtig und brauchbar. AlsKaiser Friedrich mit dem König Mathias von Ungarn in einen Krieg verwickelt war(1477) belagerten die Kaiserlichen, unter dem Gr. Hugo von Werdenberg und Georgvon Eytzing, wiewohl vergeblich, dle Burg Ebcrstorf; dann war Gr. Hugo kaiserl. Haupt-mann in der Stadt Wien, welche König Mathias angriff, aber, ungeachtet er das ganzeLand umher erobert hatte, Wien nicht einnehmen konnte. Lichnowsky gl>. Bd. S. 174.