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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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wurde. Dabei besaß Gr. Hugo eine fast zu weit getriebene Vorliebe für seine Fa-milie, deren Macht und Ansehen er auf jede Weise zu vermehren sich eifrigst ange-legen sein ließ. Dieses scheint auch die Hauptaufgabe seines ganzen-Lebens gewesenzu sei», der er selbst sich und seine Persönlichkeit zum Opfer brachte und sich mancheBeschwerden und Unannehmlichkeiten zuzog. Dadurch verleitet, dürste er nicht ganzvom Stolze unv einiger Zweideutigkeit in seinem Benehmen freizusprechen sein. Mitdem würtemb. Hause, besonders dem edlen Grafen Eberhard im Bart, stand er aufdem freundlichsten Fuße, eine Verbindung, welche durch gegenseitige Dienstleistungund gegenseitige Achtung immer fester wurde. Doch das Leben und Wirken diesesMannes möge das hier Gesagte belegen.

Noch sehr jung kam Gr. Hugo au den Hof des Kaisers Friedrich. Hier fandGr. Hugo Männer, welche sich durch Gelehrsamkeit und Geschästskemilnisse auszeich-neten. Durch sie, in ihrer Mitte, erhielt er seine Erziehung, feine Ausbildung)hier wurde er in die Geheimnisse der damaligen Politik eingeweiht und gewann nochjung die Liebe und das Vertrauen des Kaisers. Schon im Jahre 1439 war erkaiserl. Kammerherr, des Kaisers Fürschneider und Stallmeister, was wir heut zuTage Hofmarschall nennen würden. Wenn schon nicht damals, doch bald darauf,ernannte ihn der Kaiser zu seinem Reichsrath, wie wir aus einer Urkunde, c!cl. Grätzam Erchtag vor Michaelis 1168 ersehen, nach welcher er diesen, seinen und desReiches Rath mit allen Gütern des Gr. Philipp von Katzeucllenbvgen, die dieservom Reiche zu Lehen hatte, auf den Fall seines Absterbens für ihn und alle seinemännlichen Erben belehnte. st Von dem Erfolge dieser Belehnuug finden wir nichtsaufgezeichnet. Eben so erhielt Gr. Hugo von dem Herzog Ludwig von Baiern dieihm verpfändeten Kleinodien, um diese dem Kaiser Friedrich wieder zuzustellen, wieder Quittbrief des letzter», gegeben zu Gratz, 40. Okt. 1468, ausweist. Oluuol.lies- Z. 3492. Im Jahr 1470 ernannte der Kaiser den Gr. Hugo zum Landes-hauptmann in Steiermark. 2) Bei den vielen und großen Unruhen, die daselbstherrschten, da der dortige Adel sich häufig befehdete und noch so mancher Stoff desUnfriedens, herrührend von den Erbschaften der Grafen von Cylli und von Görz,welche der Kaiser an sich gezogen hatte, vorhanden war; war die Stellung des Gr.Hugo schwierig und erheischte viele Kraft, Umsicht und Klugheit. Bis in das Jahr1474 verwaltete Gr. Hugo dieses ehrenvolle Amt eines Landeshauptmanns, wo erdann wieder an den kaiserl. Hof berufen wurde, wie er dann zu Wien den 18. Dez.1477 als oberster Hauptmann des Kaisers Friedrich in dessen Namen eine Schnitt-

st Orlg.-Urk. im sürstl. färstenb. Arch. S. Anh. Nr. 292-st S. Kiononlrudvr änualLS St.rronsos. S. 371.