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Urkunde ausstellte s), woselbst ihn neue, eben so schwierige Geschäfte i» Anspruchnahmen.
Drei Gegenstände waren es hauptsächlich, welche den Kaiser Friedrich beschäf-tigten, der erste waren die vielen Unruhen und Fehden, welche in Schwaben herrsch-ten. Der Kaiser suchte diesen zu begegnen, indem er einen allgemeinen Landfriedenanordnete, zu dessen Handhabung er die Vereine der Fürsten, des Adels und derStädte begünstigte und unter seinen besondern Schutz nahm. Hiezu mochte denKaiser wohl auch sein eigener Vortheil bestimmen, indem, wenn der Frieden inSchwaben einmal fest begründet sein würde, dieses nicht nur zur Sicherung derösterr. Vorlands dienen, sondern durch die Gcsammtkraft eines schwäb. Bundes ihmein Mittel geboten würde, seinen feindlich gesinnten Gegnern, namentlich den Eidge-nossen und Herzogen von Pfalzbaiern mit Macht begegnen zu können.
Das Zweite war, daß die Türken von Zeit zu Zeit Einfälle in Kärnthen,Steher und selbst das Salzburgische machten, und Oestreich durch Mathias, den Kö-nig der Ungarn, ernstlich bedroht war. Kaiser Friedrich glaubte sich nicht starkgenug, um diesen mächtigen Feinden allein zu begegnen, er suchte daher Hülfe undUnterstützung an Geld und Mannschaft von den deutschen Fürsten zu erhalten.Endlich war Kaiser Friedrich selbst alt, hatte nur einen Sohn, Herzog Mar. Die-sem die Nachfolge im deutschen Reiche zu sichern, indem er dessen ErwLhlung nochbei seinem Leben zu Stande brachte, war wohl auch seinem Herzen ein tief gefühltesAnliegen. Zu allen diesen Geschäften verwendete der Kaiser den Grafen Hugo vonWerdenberg.
Auf den 24. Juli 1480 wurde ein Reichstag nach Nürnberg wegen der sichimmer vergrößernden Gefahr von Seiten der Türken ausgeschrieben. 2) Da derKaiser Oestreich nicht verlassen konnte, schickte er den Gr. Hugo als seinen Bevoll-mächtigten und Commissär dahin ab. Wenn auch im Ganzen auf diesem Reichstagewenig geschah, so wurde doch einige Hülfe beschlossen, wie dann Gr. Hugo mit demkaiserl. Fiskal Keller unterm 1. Sept. 1481 ein Schreiben im Namen des Kaisersan alle deutschen Fürsten ergehen ließ, in welchem er alle diejenigen, welche ihr Kon-tingent nicht schicken würden, mit der Reichsacht bedrohte. Im obigen I. (1480)stellte er, gleichfalls im Namen des Kaisers, dem Gr. Eberhard dem jüngern, desGrafen Ulrichs Sohn, eine Urkunde aus^), nach welcher ihm gestattet wurde, dieReichslehen erst im Vcrstusse von zwei Jahren zu empfangen. Zugleich unterhan-delte Gr. Hugo mit den Grafen von Würtemberg über ihren Beitritt zu dem schwäb.
Lichn. Reg. zum VII. Bd. Z. 2131.
2) Sattlers Gesch. der Grafen von Würtemb. IN. Bd. S. 14S u. 154.
3) i. c. S. 302.