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dem ältern den 25. Juli 1484 einen Lehenbrief über ganz Würtemberg aus, inwelchem auch der Münsinger Vertrag aufgenommen und bestätigt war.
Im Oktober d. I. belehnte Gr. Hugo auch im Namen des Kaisers den GrafenEberhard den ältern, nachdem er das Versprechen erhalten hatte, er wolle mit 400Mann dem Kaiser gegen die Türken zuziehen und sein ganzes Ansehen zur Aufrecht-haltung des Friedens in Schwaben verwenden. Wirklich verband sich auch vorerstGr- Eberhard der ältere zu Jnnspruck (1485) mit dem Herzog Sigismund dahin,daß sie gemeinschaftlich den Landfrieden in Schwaben erhalten und sich gegenseitigunterstützen wollten, den 24. März 1488 trat er endlich selbst mit dem HerzogSigismund dem Bunde bei und machte sich verbindlich, zu dem auf 12000 Mannzu Fuß und zu Pferd bestehenden Vundesheere 3000 zu Fuß und 300 zu Pferd zustellen. An der Spitze der von ihm zur Abschließung dieses so wichtigen Vertragsabgesendeten neun Räthe standen Gr. Hugo von Werdenberg sowie dessen BruderGeorg, welche den Einigungsbrief mitgefigelt haben. Auf diese Weise erhielt derSchwab. Bund erst seine Vollendung und die erste Grundlage seines Ansehens undseiner Macht, an dem sich die Macht der Pfalzbairischen Herzoge (1503), das Be-ginnen des Herzogs Ulrich von Würtemderg (1519), sowie der Aufruhr derBauern in Süd- und Westdeutschland (1525) brachen. Gr. Hugo selbst wurdezum obersten Hauptmann des in vier Kantone abgetheilten Adels ernannt. ZurBeschleunigung dieses Geschäftes trug wohl auch der zu Anfang des I. 1486 abge-haltene Reichstag bei, an welchem der Kaiser Friedrich mit seinem Sohne Mar Per-sönlich erschien, um des letztem Wahl zum römischen König zu bewirken, sowieFürsorge zur Erhaltung des Landfriedens und Abwehr der Türken zu treffen. Schonvorher (1484), als König Mathias von Ungarn den Kaiser Friedrich hart be-drängte, Wien und Oestreich zu verlassen zwang, schickte letzterer den Gr. Hugo andie Reichsstädte, namentlich nach Nürnberg und Augsburg, um Hülfe von diesenzu erhalten. Gr. Hugo brachte es auch durch seine Vorstellungen dahin, daß dieobigen beiden Städte jede 200 auserlesene Schützen schickten*). Gr. Hugo mitseinen Brüdern, dem Bischof Johann von Augsburg und Georg, befanden sich indes Kaisers Gefolge auf dem Reichstage und trugen vieles bei, daß des KaisersVorhaben erreicht wurde. Im Jahre zuvor (1485) hatte der Kaiser den GrafenHugo an mehrere Churfürsten abgeschickt, um sie zur Wahl seines Sohnes Marzum römischen König zu bewegen, was ihm auch -, wie Fugger schreibt, durch seinebeweglichen und eindringlichen Vorstellungen gelangt).
*) Fuggers östreich. Ehrenspiegel, v. Buch 31. Hauptst. S. 928.2) I. o. v. Buch 33. HM. S. 980.