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Vaters und Vorfahrers, die vielen Dienste, welche die von Werdenberg ihm undseinem Hause geleistet hatten, wohl auch persönliche Vorliebe zu dem Grafen Hugo,seinem alten Rathe und Freund, mußten ihn unschlüssig machen. Daher seine steteVerweisung auf den projektirten Vertrag von 1407 und endlich eine vertraulicheErklärung, die er dem Pfalzgrafen Philipp gethan haben solle: »Er könne den vonZimmern Mößkirch nicht wohl übergeben, weil er sich mit den Gr. von Werdenbergzu weit eingelassen habe, wenn übrigens die von Zimmern die Herrschaft Mößkirchauf irgend eine Weise bekommen könnten, so wolle er ihnen deßhalb nicht ungnädigsein." Diese vertrauliche Aeußerung des Kaisers, ob wahr oder unwahr, nirgendwurde ein Nachweis gegeben oder verlangt, ergriffen mit freudiger Hast die vonZimmern und ihre Freunde, sowie alle alten und neuen Feinde der Werdenberger,besonders Herzog Eberhard von Würtemberg, der, wenn er auch schon die Regie-rung seiner Lande niedergelegt, doch noch bedeutenden Einfluß auf den Adel diesesLandes ausübte. Der Beweis liegt in der nachfolgende Thatsache: Im Sommer1502 wurde von Würtembergischen adeligen Dienern: Wilhelm Herter von Hertnekund Ludwig von Stellen, über 500 Landsknechte im Würtemberger Lande und demSchwarzwalde angeworben und in aller Stille eingeübt, der Adel, größtentheilswürtembergische Vasallen und Lehenleute, hielten heimliche Zusammenkünfte aufihren Schlössern und Burgen. Joh. Werner von Zimmern ging vorerst zu ihnenauf den Schwarzwald, von da auf seine Feste Wildenstein. Mitte Septemb. 1502versammelte der Adel 130 Pferde mit vielen Reisigen und zogen nach Nusplingenim Bärenthali). Da stießen zu ihnen die obangegebenen Fußknechte, auch schickteihnen Gr. Andreas von Sonnenberg unter Reinhard von Neuneck aus der FesteKalenberg einen Wagen mit Büchsen, Pulver rc. zu. Nachdem sie den Joh. Wer-ner von Zimmern in Wildenstein abgeholt, zogen sie nun ohne Absagebrief feindlichvor Mößkirch und verlangten die Uebergabe der Stadt und Burg.
Gr. Hugo von Werdenberg hatte einige Kunde von diesem Zuge erhalten, erwarnte daher den Burgvogt und die Bürgerschaft in Mößkirch, welche auch einige
Unter diesem Adel waren alle Feinde der Werdcnbcrg zum Theil »och von der RcchbergcrFehde (1464) her: Lconhard von Schwarzenberg, Wilhelm von Rechberg zu Schramberg,Bern. von Rechberg zn Staufcnek. Veit von Rechberg zu Falkenstein, Albrecht von Klin-genberg, Dietrich Späth zu Zwifalten, Andreas von Hohem!, Zakob und Reinhard vonNennet, Hans von Brandek, Jakob, Wolf und Sigismund von Stain, Eberhard vonNeischach, Wilhelm von Wöllwart, Philipp von Hirschhorn, Wilhelm von Meitingen,Philipp, Friedrich und Mar, die Stumpen von Schweinsberg, Quirln von Horn, Georgund Hans Spreter zu Pflummern, Wolf und Georg von Stcinbach, Lorenz Münzer vonSinkingen, Reinh. v. Späth, Kaspar von Freiberg, Hans V. Stadion, Wilhelm Nodervon Rodet, Wildhans von Neunek u. a.