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erhielten, nahmen des Gr. Hugo von Werdenberg Thätigkeit und Geschäftserfah-rung in Anspruch. Eberhards Freund, Mittler zwischen ihm und dem Kaiser,tief in die politischen Geheimnisse und Interessen beider eingeweiht und vertraut,fand Gr. Hugo auch in seinem hvhern Lebensalter Beschäftigung und Nahrung fürseine Thätigkeit. Wir finden deßhalb den Gr. Hugo oft an dem Hofe des Grafenund Herzogs Eberhard von Würtemberg, sowie auf fast allen Reichstagen der da-maligen Zeit.
Von 1488, dem Errichtungsjahre des Schwab. Bundes an, war HugoBundeshauptmann des Adels der vier Kantone ^) (im Höhgau, an der Donau, demNeckar und der Kocher). Als eine Fehde zwischen dem Churfürsten von Trier undvon der Pfalz wegen einiger von Kuno von Wunnenstein an letztem verkauften Gü-ter entstand und die Richtung derselben dem Gr. Eberhard von Würtemberg über-tragen wurde, nahm er zu dem auf den 27. Nov. 1488 nach Mainz ausgeschriebe-nen Tag den Gr. Hugo mit sich, sowie er bei den zwischen ihm und seinem Vetter,dem Gr. Eberhard den jüngern von Würtemberg entstandenen Streitigkeiten, dermRichtung dem König Mar und dem Bischof von Eichstädt übertragen war, den Gr.Hugo (30. Juli 1489) zu seinem Fürsprecher ernannte 2). In diesem Jahre wurdeer an den kaiserlichen Hof berufen und ernannte während seiner Abwesenheit denRitter Georg von Ehingen, Hauptmann des Ritterkantons am Neckar, zu seinemStellvertreter. Von da zurückgekehrt, ernannte ihn Gr. Eberhard der ältere vonWürtemberg zu seinem Landeshofmeister (1489) und wies ihm für seine Personund sein Gefolge von 10—12 Pferden (1491) eine stattliche Unterhaltung an^).
Als im I. 1492 ein Reichskrieg gegen ven Herzog Albrecht von Baiern be-schlossen und Gr. Eberhard von Würtemberg zum obersten Hauptmann der Reichs-armee von dem Kaiser Mar ernannt wurde, zog ihm sein Landhofmeister, GrafHugo, mit 17 Pferden zu, versammelte als Stellvertreter des Gr. Eberhard dieschwäbischen Truppen bei Augsburg und zog mit denselben gegen Herzog Albrecht indas Feld. Da aber durch Unterwerfung des Letztern der Friede noch vor Ausbruchder Feindseligkeiten hergestellt wurde, reiste er im Auftrage des Gr. Eberhard indie Niederlande, um dessen Dank dem Herzog Philipp, dem Sohne des KaisersMar, darzubringen, wegen des dem Gr. Eberhard von Würtemberg ertheiltenOrdens des goldenen Vließes (des goldenen Schappels) ^). In der Eigenschafteines obersten Hanptmanns des Schwab. Bundes, wozu ihn Kaiser Mar laut Ur-
>) Sattlers Geschichte der Grafen von Würtemberg, Bd. III. S. 197.2) ELendas. Bd. IV. S. 3.
-) Ebendas. Bd. III. S. 506.
4) Ebendas. Bd. iv. S. 14.