449
künde, <tü. Jnnspruck am Mittwoch nach Dionystag 1491^), sowie zu seinemRathe mit einer Bestallung von 600 st. ernannt halte, legte er einige Anstündezwischen dem Grafen Eberhard und dem Kloster Lorch (1494) bei. Im folgendenZahre (1493) begleitete Gr. Hugo den Gr. Eberhard von Würtemberg auf denReichstag nach Worms, woselbst letzterer (21. Juli 1495) von Kaiser Mar zumersten Herzoge von Würtemberg ernannt wurde. Nach dem Tode des Herzogs blieber noch einige Zeit bei dem Herzog Eberhard dem jüngern von Würtemberg2). Daihn aber dieser, als einem alten Freunde des verstorbenen Herzogs, haßte, auchviele Aenderungen vornahm, die dem Gr. Hugo nicht gefielen, verließ er (1497)mit mehreren der ältern Räthe dessen Dienste und zog sich auf seine Herrschaften zu-rück und nahm seinen Wohnsitz auf dem Schlosse Sigmaringen, woselbst er alsHaupt der Werdenberger Familie bis an seinen Tod (1508) verweilte.
§- 20 .
Fortsetzung.
Die Söhne des Grasen Georg von Werdenbrrg.
(1494—1534.)
Der Gr. Georg von Werdenberg war der einzige der drei weltlichen Brüderder Söhne des Gr. Hans, welcher mit Katharina, Markgräfin von Baden, ver-mählt, drei Söhne und mehrere Töchter (§. 18) erzeugte. Diese drei Söhne warenJohann V., Christes und Felir. Mit ihnen starb der männliche Stamm der Grafenvon Werdenberg aus.
So wie die drei älteren Grafen, ihr Vater, und beider Onkel: Ulrich undHugo, in vielfacher Beziehung ganz verschieden waren, so zeigte sich bei den obigendrei Brüdern eine große Verschiedenheit des Charakters, ihrer Fähigkeiten, welcheauf ihre Schicksale und ganzes Leben von bedeutendem Einflüsse waren. Der älteste,Johann, scheint ein guter, minder tüchtiger und minder thätiger Mann gewesen zusein, daher er auch, ungeachtet seines Erstgeburtrechtes, weniger beachtet wurdeund nie als Haupt der Familie erscheint. Sein zweiter Bruder, Christof, übertraf
') Ist viülmus der Stadt Pfullendorf 1502 im Fürstl. Fürstenb. Archiv, s. AnhangNr. 308.
2) Sattlers Geschichte der Herzoge WürtembergS, l. Bd. S. 8.
29