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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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ihn in dieser Beziehung, zeigte sich aber jederzeit als ein einfacher, ruhiger undFrieden liebender Mann und sein ganzes Leben und Wirken war das Bild einesächten deutschen Edelmannes seiner Zeit, Ganz anders war das Treiben und Thundes jüngsten Bruders Felix, auf ihn hatte sich der Geist seines Onkels, des GrafenHugo, vererbt. Er war stolz, ehrsüchtig, höchst reizbar, dabei thätig, ein Wal-kerei Kriegsmann, ein noch größerer Hofmann, Am Hofe Kaisers Mar 1, erzogen,mit dessen Gnade und Vertrauen beehrt, kam er nach dessen Tode an den Hof dessenEnkels, des K, Karl V,, an welchem er mit dessen Räthen und Hofherren, Spa-niern , Italienern und Niederländern zusammentraf, welches auf ihn und seinenCharakter nicht ohne Einfluß blieb, ungeachtet er den Deutschen nie verläugnete.Sein Ansehen, sowie sein Einfluß auf seine Familie blieb daher immer das größteund sein Name war in Deutschland allgemein bekannt und berühmt. So lange ihrOnkel, Gr, Hugo, lebte, war dieser das Haupt der ganzen Familie, welcher mitstandhafter Vorliebe bis an seinen Tod seinen Lieblingsplan, die Familie Wer-denberg zu erheben, verfolgte. Er war es daher auch, welcher die drei Bruder,seine Neffen, vermochte, am Montag nach St. Gevrgentag 14944) unter sich einenVertrag abzuschließen, nach welchem sie sich gegenseitig anheischig machten, daß,wenn einer aus ihnen sterben sollte, ohne männliche, ebenbürtige Erben zu hinter-lassen, die Ueberlebenden Erben seiner Güter sein sollten, Kaiser Mar bestätigtediesen Erbverein zu Worms den 14, Mai 1493 2), Eben so wußte Gr, Hugoseine beiden Brüder, Georg und Ulrich, zu bewegen, daß sie am Montag nachVeitstag 1498 festsetzten, alle ihre Herrschaften, Güter u, s, w, sollten zwar aufdie obigen drei Söhne des Georgs übergehen, allein sie wollten einen aus ihnenbenennen, der sich allein verehelichen dürfe ^), Dieser, sollte seinen Wohnsitz inSigmaringen aufschlagen und ihm sollenzur Erhaltung der Er, und irs Stamms"die Herrschaften allein gehören, dagegen er verbunden sein, für die Bedürfnisse seinerBrüder zu sorgen, ohne deren Rath und Beistimmung er auch keine Schulden ma-chen oder etwas von den Gütern veräußern dürfe. In Folge dieser Bestimmungwurde laut Urkunde vorn 30, Mär; 1300 Gr. Christas mit Einwilligung des Gr,Hugo und des erster» Brüden,, Johann und Felix, mit Eleonore, einer Tochterdes Markgrafen Johann Franz von Mantua, durch die Vermittlung des Churfür-sten Bertholt, von Mainz und der Herzogin Barbara von Würtemberg, vermählt^).Allein diese Verabredung erhielt bald eine Abänderung,

') Original-Urkunde im Fürstl, FürKenb. Archiv, s, Anh. Nr. 315.2) Orig.-Urk. im Fürstl. Fnrstenb. Archiv.

2) S. Anh. Nr. 319,

S, Anh, Nr. 320.