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eher sie ihr Leibgeding von jährlich 200 st ihren lieben Vettern, Anton und Salen-tin von Jsenburg schenkt. Gr Christof, der Bruder des Felix, trat um diese Zeitin die Dienste des jungen Herzogs Ulrich von Württemberg, dessen Rath er (1553)wurde und mit demselben dem Leichenbegängnisse des Herzogs Albrecht von Baiern(22. Januar 1509) beiwohnte, sowie der Hochzeit Herzogs Ulrich mit Sabina,Herzogin von Baiern (1511) in Stuttgart, wohin ihn auch seine Frau begleitete*).Doch hielt sich Gr. Christof sonst fast immer in Sigmaringen auf, um gemein-schaftlich mit seinem Bruder Johann, welchen Kaiser Mar bei seiner Krönung inAachen (1186)2) zum Ritter geschlagen hatte, ihren alten Onkel Hugo zu unter-stützen. Als Gr. Hugo (1508) starb, scheint die bisher unter den drei Brüdernbestandene Eintracht in etwas gestört worden zu sein. Graf Johann, der älteste,glaubte sich verkürzt und drang gegen die frühere Uebereinkunft (1198) auf eineVertheilung der bisher gemeinschaftlich besessenen Herrschaften. Es versammeltensich daher zu Ulm Gr. Wolfgang von Oettingen und sein Sohn Karl, Wolfgang,Christof Schenk zu Limpurg, Ritter Wolfgang von Honburg zu Krauchenwies undEberhard Jnngnauer zu Trilfingen, welche am Mittwoch vor Veitstag 1510 einenTheilungsvertrag dahin errichteten^), daß Gr. Johann erhalten sollte: Trochtel-fingen und Jungnau, zugleich habe er, als der älteste, die Familienlehen zu ver-leihen.
Heiligenberg und Sigmaringen mit Beringen sollten den Grafen Christof undFelir verbleiben. Der Ertrag von Heiligenberg wurde auf 2200 st., von Sigma-ringen auf 2100 st. und Trochtelfingen mit Jungnau auf 990 st. berechnet. DiePassiven der jährl. Renken betrugen 1732 st. Einige Tage hierauf schenkte Gr. Felir*)»weil wir sonst und an andern Orten genugsam und wol versehen sind" seinem Bru-der Christof »niemand zu smach und Nachteil, oder Entgeltnus, sonnder alain, ußrechter sonnderlicher brüderlicher Trewe und Liebe, so wir zu gemeltem unserm liebenBruder Gr. Christofsen tragen, och den Guthouten und brüderliche Hilft und Frunt-schafften re." alle die Herrschaften und Ansprüche, die ihm in obiger Theilung zu-gefallen sind. Mitfigelt Wolfg. v. Honburg zu Krauchenwies, Ritter. Ungeach-tet obiger Klausel war Gr. Johann mit dieser Schankung nicht zufrieden, sowie erauch mit Recht durch obige Theilung sich verkürzt glauben mußte. Um ihn zu be-friedigen, brachte daher Eberhard, Freih. von Gundelfingen, Wolfgang von Hon-
rf Steinhofers würtemb. Chronik. Bd. III. S. 829 u. 9K4.
2) Fnggers östr. Ehrensplegel, V. Bd. 33. Hptst. S. 954.
Urkunde des Fürstl. Fürstenb. Archivs, s. Anhang Nr. 328.
') Orlg.-Urkunde im Fürstl. Fürstenb. Archiv, s. Anhang Nr. 330.