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operativen Wundärzte sind sehr viele in Paris, und es istnicht wahr, daß viele unnöthiger Weise amputiren, umihre Kunst zu zeigen. Die zahllosen Feldzüge haben frei-lich gute, aber etwas zu rasche Wundärzte gebildet, nunaber nach zwanzig Jahren Frieden ist ein neues, wenigerzu heroischen Mitteln berufenes Geschlecht herangewachsen.
Daß die Geburtshülfe von alten Zeiten her zu Pariseine höchst ausgezeichnete Schule besaß, ist allbekannt.Neben vieler wissenschaftlicher und Kunstbildung haben diePariser Hebammen auch den Ruf sehr großer Verschwie-genheit, und sollen sehr oft im Falle seyn, diese zu erpro-ben. Sogar in den Aufschriften der Privatgebärau staltenist hierauf hingewiesen.
Die Zahnärzte sind sehr zahlreich in Paris, und hän-gen ihpe künstlichen Gebisse, die Gypsabdrücke der unregel-mäßigen und verdorbenen, aber von ihnen restaurirten, jasogar anatomische Präparate der Kiefer überall aus, ammeisten ein Herr Defirabode. Doch sieht man dermangelhaften Zähne auffallend viele, jedoch minder als inDeutschland, wo das liebliche Stochern mit den eisernenTischgabeln sogar noch an Wirthstafeln gesehen wird.
Die Apotheken fangen in neuerer .Zeit an, sich aufenglische Weise mit Vasen, welche mit gefärbtem Wassergefüllt und Nachts beleuchtet sind, auszuzieren. Wo einWort deutsch geradebrecht werden kann, steht: DeutscheApotheke, bei einer sogar: Deutsche Apotheke derösterreichischenGesandtschaft angeschrieben; Lnglisl,zollen, ohnehin überall. Nachahmungswerth ist die Aus-legung von Schwingkugeln in Berals Apotheke Rue de laPair. Arcane, besondere Präparate, und vorzüglich eng-lische, werden überall ausgeboten. Es scheint, daß nichtParis im Jahre 18 L 6 . 4