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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
Seite
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Kunstschule, des Triumphbogens, des großen Ministerial-gebäudes und der Magdalenenkirche gebracht. Ganz Neueshat sie, außer der Eisenbahn nach St. Germain, nochnichts begonnen.

Wenn wir den Eindruck beschreiben sollten, welchendie Wohnungen in Paris im Allgemeinen machen, sowürden wir sagen, daß uns zuerst ein mäßiger Wohlstandmit der Begierde sich zu zieren, ein noch nicht ganz klargewordenes Bedürfniß nach englischer Wohnlichkcit, aberauch die Abwesenheit täglicher sorgfältiger Unterhaltungund der Reinlichkeit, welche nicht jedermann beantlitzenkann, entgegentrete. Wie in der äußeren Erscheinung dieLeute sich minder unterscheiden als vordem, so ist es auchder Fall mit ihrem Geräthe. So geht Paris einer Artarchitektonischer Gleichheit und zugleich einer höchst prosai-schen Einförmigkeit entgegen. Der Reiche wohnt ärmlicher,als er es vermöchte, in Voraussicht der Zukunft, der Minder-reiche will sich geltend machen, und wohnt so gut, als derBeutel es nur immer vermag. Zwischen dieser Bürger-lichkeit wird sich ein Clubbhaus, eine Börse, vielleicht eineKirche oder Methvdistencapelle, und endlich die Wohnungeines Stvckbörsenkönigs auszeichnen, und die Baukunst,wie das Leben, dessen Hülse sie gestaltet, wird sich in kleineStädte im Gebirge fern von den Landstraßen fluchtenmüssen, wenn sie etwas Eigenthümliches darzustellen wa-gen will!