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niännisch speculirend um die Börse, gelehrt im lateinischenQuartier, bürgerlich beschränkt in den entfernteren Stadt-theilen. Ueberall dienen sie zur Unterkunft Vieler, welchezu Hause nicht einheizen können; häufig ercerpiren arme,der Tagesliteratur verkaufte Jünglinge Zeitungen für Zei-tungen, sitzen alte Vampyre stundenlang über EinemBlatt; überall waltet eine Dame auf dem Katheder, undträgt sorgfältig die 2 oder 5 Sous ein, welche man zahlt,je nachdem man Ein Blatt gelesen hat, oder alle.
Die meisten dieser Lesecabinette sind den ganzen Taghindurch, und besonders bei schlechtem Weiter besucht, ha-ben meist eine Leihbibliothek zugleich, deren Titel aus-geschnitten durch die Fensterscheiben die neuesten Erschei-nungen ankündigen. Vor den Juliusgesetzen boten sieauch die Carricaturen aus. Alle befassen sich mit literari-schen Sendungen für Frankreich und das Ausland, undsind mit sehr mäßigen Cvmmissionsgebühren zu befriedigen.
Um das Theater de l'Odsvn liesst die studirende Ju-gend in freier Luft im Porticus politische und gelehrteZeitungen um billigen Preis. Der unbändige Lärm derBörse hindert nicht, in der Vorhalle sehr aufmerksameZeitungslcser zu hegen, und in den Omnibus hält mandas Anzeigeblatt „le Gratis" für die Mitfahrenden.
Viele Lesecabinette erhalten Zeitungen aus zweiterHand, von den Zeitungsredactionen besonders die eng-lischen und deutschen, welche gewöhnlich ausbleiben, oderspäter eintreffen, wenn sie einen interessanten Artikel ent-halten, welcher übersetzt oder bearbeitet werden muß. Esist gut zu wissen, daß, wo und wie weit diese Weise ineinem Lesecabinette getrieben wird, ehe man sich abonnirt.
Nachdem erwähnt wurde, was so ziemlich Allen allge-