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Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
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und einstecken. Die ckemi issse ist die gewöhnliche Dose,hat einen ungleich dickeren Boden, als ihr äußeres Ansehnvermuthen läßt, und kostet in guten Kaffeehäusern 8 Sous.Zuckerwasser wird mit Orangeblüthenwasser in winzigenFläschchen gegeben und sehr häufig getrunken. Den Theebereitet sich der Besteller selbst. Oroseills krsmbolsee mitEiswasser, Bavaroise Milch mit FrauenhaarsyrupWinters Punsch, werden am häufigsten begehrt, aber derKaffee ist dennoch der Hauptartikel des Absatzes- Bierwird jetzt in den meisten Kaffeehäusern verkauft, aber sel-ten in vorzüglicher Qualität.

Das Cast Vervn zwischen der Rue neuve Vivienne,dem Boulevard uud dem Passage des Panoramas, ist wegenseiner glänzenden Auszierung, einer für Zweck und Saalzu kostbaren Nachahmung der Logen des Vaticans, dasCafs de la Rsgence wegen des seit vielen Jahren vor-züglich hier getriebenen Schachspiels berühmt. Es liegtim lärmendsten Theile der Stadt, in der Rue St.Honors,vor dem Palais ropal. In seinem Innern herrscht feier-liche Stille, und man sieht in den Assisen lange nicht soernsthafte Gesichter als da. Ein Correspondent der Allge-meinen Zeitung brauchte den Ausdruck:Sogar die Spie-ler des Cafä de la Rsgence haben ihre Partieen ver-lassen," um den ungeheuern Eindruck zu bezeichnen, wel-chen die Nachricht von der Niederlage bei Waterloo aufdie Pariser machte. Eine andere merkwürdige Specialitätunter den Kaffeehäusern ist das Cafs de Foy im Palaisroyal. An der Stelle, wo einst Camille Desmoulins voneinem Stuhle herab die Pariser aufforderte, sich zu bewaff-nen, sind nun bei guter Jahreszeit Stühle und Tischeunter die Bäume gesetzt, denn der Eigenthümer hat für