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ihre Kräfte vereinigt gegen den Katholizismus gerichtethätten, so würde es ihm nach den Juliustagen schwer gewor-den seyn, dem Stoße, in Paris wenigstens, zu widerstehen.
Diese Templer halten eine offene Capelle mit drei-eckigem Altar, von Männern im weißen Mantel mit demrothen Kreuze umgeben, die Emporkirche mit den Wappender Großmeister nach der Clermont'schen (nicht nach dervon Hundt'schen) Fiction geziert, der Losusäsnt im Chöreaufgehängt. Ein Advocat predigte im Ordensgewande,nicht ohne Beredsamkeit, aber auch nicht ohne Gemein-plätze. Das Ganze war ohne Würde, der Zuschauer wenige.Vor einigen Monaten wurde die Capelle als Magazin anAndere vermiethet; ob die Templer sich anderswo und inwelchem Stadttheile sie sich angesiedelt haben, ist mir nichtbekannt.
Die Protestanten vermehren sich in Frankreich zu-sehends durch Einwanderungen, Uebertritt und die natür-liche Zunahme der Bevölkerung, weil sie meist der gewerbe-treibenden Classe angehören. Die Calvinisten haben zweigroße Kirchen, die Anglicaner eine Kirche und zwei Capelle«,die Lutheraner eine für die immer sich mehrende Gemeinezu enge Kirche. Das Oberconsistorium zu Straßburg hatallein bis jetzt die Vereinigung der beiden Bekenntnissegehindert, doch predigen sie Wechselsweise herüber und hin-über. Der starke Besuch dieser Kirchen, die darin herr-schende Schicklichkeit ohne Schweizer und die Andacht ohneGepränge sind wohlthuend. Auch nimmt die protestan-tische Jugend mehr und mit größerer Innigkeit an demGottesdienste Theil, als in den katholischen Kirchen. Un-ter den evangelischen Geistlichen sind sehr ausgezeichnetePrediger.