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der Künste und Gewerbe. Nicht nur im eigenen Laden,sondern in denen guter Freunde und Gönner, vor besuch-ten Kaffeehäusern werden Gemälde, Zeichnungen u. dgl.ausgehängt, und die ausgezeichneten Buden mit ihrenungeheuren Spiegelscheiben legen das Allerneueste undAusgezeichnetste gewiß zunächst an diese, und versehen eshäufig mit Anzeigen der Fabriken.
Außer dem Salon, auf welchen wir zurückkommenwerden, find noch die Ausstellungen der Arbeiten derKunst-schüler, welche um Plätze in der französischen Akademie inRom sich bewerben, und die von den römischen Akademi-sten eingesendeten Arbeiten alljährlich wiederkehrend. Siewerden in Localen der Kunstschule, wo ehemals die monu-msns Li-snosis waren, gegeben, und sind für den aufmerk-samen Beobachter und den Kenner interessanter, als fürdas große Publicum. Jenen wird die unglaubliche Ein-förmigkeit auffallen, mit welcher die Aufgaben von denZöglingen aufgefaßt werden. Die Hauptfigur macht überalldieselbe Bewegung wie die Choristen in der Oper, undman sieht, daß die Zöglinge nicht nur alle dieselbe Milchgesogen, sondern auch daß sie sich auf einen und denselbenBildungsgrad erhoben haben, welchen selten ein bevorrech-teter Genius zu überspringen wagt.
Die Gewerbe-Ausstellungen waren eine Idee Napo-leons, und die allgemeine Nachahmung, welche sie fanden,bewcis't gewiß für ihre Zweckmäßigkeit. Sie wurden zu-erst in den Sälen des Louvre gehalten. Jetzt errichtetman für sie in den vier Ecken des Platzes Ludwigs XVGebäude von Holz, welche jedesmal zro,ovo Franken kosten,und überdem den Platz ungebührlich lange vor und nachder Ausstellung mißzicren. Es wäre offenbar nicht nur