schon allgemein geglaubt und öffentlich bekannt wurde,und dem bloß noch die amtliche Sanktion fehlte: manhatte sich in der Synode nur mit der äußeren Abfas-sung zu beschäftigen.
Das Koncilium fand in der Kirche deS heiligen Leo-pold Statt und zählte 234 Mitglieder, worunter 17 tPfarrer, 14 Kaplane, 14 Kanonici und ZZ Welt- undOrden-geistliche waren. Der präsidirende Bischof verweistuns rückstchtlich der Einzelheiten auf die Akten, die zuPistvja und Florenz bekannt gemacht wurden, und dieman in Frankreich und Deutschland übersetzte und wieder^abdruckte.
Ricci hatte den Papst nicht über da- befragt, wasseine Sprengelsyuode betraf, 1 ) sagt Herr X., weil eSunter diesen Umständen nicht Sitte war; 2) weil esdurchaus nicht der Augenblick war, eine Diskussion mitRom anzufangen zu suchen, 3) weil ihn der Papst selbstaufgefordert hatte, eine Synode zu halten, 4) weil erihn nicht getadelt hatte, da er ihm sein Vorhaben des-halb mittheilte. Wir haben diese Behauptung schon inden Memoiren des Bischofs von PiStoja gefunden; HerrX. bestätigt sie in seinem biographischen Manuskript überdiesen Prälaten. Er macht selbst die Bemerkung, daßstatt Ricci über die Rechenschaft zu loben, die er in sei-nem dreijährigen Berichr über alle seine Reformen, undseine Absicht, seine Geistlichkeit zur Sankti'onirung vonneuem zusammcnzuberufen ablegte, es von Pius Vl. weitehrlicher gewesen wäre, wenn er damals seine Unzufrie-denheit mit Ricci'- Betragen bezeugt hätte. Statt dessenzog er. eS vor, ihm einen heimlichen Krieg zu bereiten,der nach dem Tod Leopold« in eine heftige Verfolgungausartete; den» der Schutz dieses Fürsten war bis dahindas einzige Hinderniß, daß der Papst seine Wuth nicht