Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
190
JPEG-Download
 

1Y0

als Glaubensartikel gebe, eben diese Wirkung bey zummindesten dunkeln und sogar bey immer zweifelhaft gewc«scne» Gegenständen habe. die man sonst der eigenen Ent-scheidung jedes Gläubigen überlassen habe. Er fügte hinzu,daß, wenn er sich künftig entschlösse, eine der Bcrath»schlagungen des Kanonikus zu unterzeichnen, er dieß nurunter der Bedingung der ausdrücklichen Bcistjmmung desheiligen Stuhls thun werde, ein Vorbehalt, von demselbst der Bischof Jansenius das Beyspiel gegeben habe.Die Sanstmulh und die Belehrungen des Herrn Tam-burini brachte» den Kanonikus Cellcsi bald dahin, daßer seine Beleidigungen gegen die Synode zurücknahm,sowohl rücksichtlich des angeblichen Mangels an Freiheit imStimmen, als auch der Jncomperenz der Versammlung.

ES gab, wie wir schon bemerkt haben, auch redlicheOpponenten, die es nur waren, weil sie mit wahremGlauben an den Vorurtheilcn hingen, die mau ihnen inden Schulen beigebracht hatte: man that ihnen auf keineWeise Gewalt an, aber die meisten nahmen die Auklä-rungcn an» die man ihnen gütig gab. Zwei andere wa-ren Dissidenten aus Unwissenheit, und diese Unwissenheitwar so groß, daß man sie, da sie Pfarrer wäre», einerPrüfung unterwerfen mußte, ob sie fähig seyen, dasgeistliche Amt, mir dem sie bekleidet waren, noch fernerzu versehen. Der eine davon war ein gewisser MarcoVivarelli, Pfarrer von Luogoniano; er konnte kaum lesenund seinen Namen schreiben. „Obgleich dieser Pfarrer,„sagt Ricci, keine Ahnung von den ersten Glaubcnsele«„menren und den vorzüglichsten Gefühlen, die einen Chri«„sten beseelen müssen, und alles dieß wegen seiner grasten„Unwissenheit *)," so fand er doch in dem Erzbiichof von

t) Iligiuilo ecvne er» ^uel xsroeo äelli eleineati elel ere-