Band 
[Erster und zweiter Band.]
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ließ er alle Bischöffe zusammcnberufen; in trocknen, Toneerklärte er ihnen sein äußerstes Mißvergnügen über ihrBetragen, und schärfte ihnen bey ihrer Verabschiedungein, dem Volke zu ihrem eigenen Besten in Zukunft an-statt, wie bisher, da» Beispiel von Widersetzlichkeit undAufruhr, vielmehr das der Unterwürfigkeit zu geben.Zugleich benachrichtigte er sie, daß er, weil sie ihm i»seinem wohlthätigen und gottesfürchtigen Vorhaben, dieMißbräuche abzuschaffen, nicht an die Hand gegangenseyen, die Ausführung desselben aus sich selbst nehme,wie er auch dazu alles Recht habe, und daß er ohneweiter» Verzug hiezu schreiten werde.

Die von dem Großhcrzvg vorgelegte» fünfundsiebzigArtikel waren auf dem Koncilium, jedoch die letzten we,gen der bedenklichen Umstände, die daselbst obwalteten,und auf die Erklärung des Fürsten, daß er die Verab-schiedung der Bischöffe beschlossen hätte, nur in der Eileerörtert worden. Diele wollten sich diesen Umstand zuNutze machen, um ihre Abhandlungen ohne die Antwor-ten von Ricci, die sie mehr als etwas anderes fürchtetenin die Akten einrücken zu lassen. Aber Leopold ließ, so-bald er dieß inne wurde, diese Abhandlungen dem Bi-sch offe von Pistoja mittheilen, der sie, wie früher alle ,übrigen, siegreich widerlegen sollte, was auch in kurzerZeit ausgeführt war. Sodann ließ er die Akte» der Ver-sammlung . die im Namen der Nation für Religion-sa-chen statt gehabt, sammeln, eine vollständige Geschichtemit allen zu ihrer Unterstützung dienenden Belegen dar-aus zusammentragen, und übergab sie dem Drucke (53)?Ricci, der in dieser Bekanntmachung seinen höchsten Tri-umph fand, war so edelmükhig, um die Einstellung desDruckes zu bitte», um, wie er sagte, die Ehre der toS-kanischen Bischöffe vor Befleckung zu bewahren, seineBitte ward ihm jedoch nicht willfahrt.