Band 
[Erster und zweiter Band.]
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der Regierung eingeschritten sey, man möge doch diePriester in ihrem Ornat mit Kreuz und Kerzen zu Lei-chen gehen lassen, und daß es ihm nie eingefallen sey,den Altar zum heiligen Gürtel einreißen zu lassen. Die-ses Rundschreiben machte einen tiefen Eindruck auf seinePfarrkindcr. Allein die Stdrer seiner Ruhe und der öf-fentlichen Ordnung hatten bald den Eindruck dieser Schriftzernichtet, und der Lärm nahm in Prato täglich mehrzu statt ab, und zwar in dem Maaß, als man die Furchtwegen des Altars und der darauf verwahrten Reliquiezu vermehren wußte- Die Verehrung und der Eifer desVolkes für diese Dinge sollte sich noch durch traurigeFolgen bethätigen, sagt der Verfasser des Manuskriptsvon Ricci's Leben, denn cS war gebräuchlich, ihre an-geblichen Wunderthalen durch unruhige Austritte undMordthaten zu erwcißen.

Dieselben Ursachen brachten zu PiStvja die nämli-chen Ausschweifungen hervor. Man verbreitete die Nach-richt, der Bischof wolle das berühmte Bild der demüthi,gen Maria ( 1 ^ mastonna stell' umilta) weis färbenlassen. Die vorgeblichen Wunder desselben, als das Auf«und Zumachen der Augen, Vergicßung von Thränen,Schwitze» rc. verwandelten den Fanatismus in Wuth,und am 24 . April 1790 brach deßwegen der seit langerZeit veranstaltete Aufruhr aus, der endlich den Siegüber Ricci vervollständigen sollte.

Der Magistrat, dem eigentlich der Aufruhr hättegelten sollen, indem es sich um die Wiedererbauung desAltars bandelte, den er so »»bedachtsamer Weise hatteeinreißen lassen, gehörte bald unter diejenigen, die den-selben leimen; er schrieb den untergeordneten Helfers-helfern ihre Handelsweise in der Art vor, daß solche diegewünschte Wirkung nätnlich die Abreise des Prälaten