Band 
[Erster und zweiter Band.]
Seite
297
JPEG-Download
 

zeugen (lauter Leuten von untadclhaftem Karakter) die»ftr schrecklichen Auftritte eines religiösen TerroriSmus,besteht.

E« ist erwftßen daß die Räuber von Arezzo, voneinem östreichischen Soldaten geführt, und mit dem Pö-bel von Florenz vereint, das Judcnquartier plünderten,von ihnen ungeheure Summen erpreßten, und dreyzehnderselben, worunter sich drey Greißc, zwey Kinder undeine schwangere Frau befanden, ermordeten.... DreyJuden wurden nebst dem FreihcitSbaum verbrannt; einemdavon schnitt man die Arme und die Füsse ab, warf sievor seinem Angesicht in das Feuer-, und nachdem manihm den Bauch aufgeschlitzt, warf man auch den zucken-den Ucbcrrcst in dasselbe, bis endlich dieser Unglücklicheseinen Geist aufgab! Der Erzbischof'Kardinal Zondariniertheilte diesen wüthenden Kauibalen seinen geistlichen Se-gen, und diese Scenen bereiteten die Rückkunft ciucr Ar-mee vor, welche nach ihrer Aussage kam, um von Neuem, ihre Ansprüche auf das schöne Italien, im Nahmen desAberglaubens, d«r Schwäche und des Unglücks geltendzu machen.

Der achtungSwerthe junge Mann, dem wir denkostbaren Brief verdanken der diese scheußliche Vorfälleenthält, sagt, daß sein chrcnwerkher Vater das Glück undden Muth hatte, mir Gefahr seines eigenen Lebens, einemJuden der schon mit Wunden bedeckt war, einen Zufluchts-ort gewähren zu können. Die Zeit wird einst kommen,wo wir ihn ohne Besorgnis) den Freunden der Menschheit,als einen Gegenstand ihres Dankes, werden bezeichnenkönnen.