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§- rr.
Es erfordert die veredelte und viel höher imPreis stehende Wolle beim Einkauf, Sortiren und beieiner jetzt gewöhnlich vortheilhaften Anwendung der-selben viel mehr Kenntnisse, als früher nöthig waren.Es muß jetzt eine größere Accuratesse bei dem Webendes Fabrikats beobachtet werden, es werden bessereKenntnisse beim Walken erfordert, der Fabrikant mußein Kenner der Appreturarbeit sein, und endlich ist esauch fast nothwendig daß er, nach der jetzigen Eon-currenz, von der Wollensärberei etwas versteht, undzu beurtheilen weiß, wie sein Fabrikat in Hinsicht derWolle beschaffen sein muß, um eine scböne und gleich-förmige Farbe darauf zu erhalten. Die Farben nachihrer Beschaffenheit zu prüfen, ist ebenfalls sehr noth-wendig, um nicht betrogen zu werden. Und ohnediese Kenntnisse wird öfters vom Appreteur und Fär-ber mehr verlangt, als diese für den bestimmten Lohnzu leisten im Stande sind.
§- 18 .
Daraus ist nun zu ersehen, daß der Wollen-fabrikant nicht nur mechanische und empirische, son-dern auch theoretische Kenntnisse sich aneignen muß,wenn er Anspruch auf den Namen eines rationellenTuchfabrikanten machen will. Und dieses zu werden,muß nicht nur das Bestreben des noch unerfahrenenMeisters, sondern auch das der Gesellen und Lehrlingedieser Profession sein.