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die Gewalt, die dabei anzuwenden sein würde, ausge-dehnt und aus ihrer natürlichen Form gebracht wer-den würden, wonach kein richtiges Urtheil über die Beischaffenheit der Wolle gefällt werden könnte.
tz 62.
Wenn man die Wolle nach ihrer Feinheit un-tersuchen will, so muß man die Locken ganz gelindeaus einander ziehen oder lüften, dann auf ein Stück-chen schwarzes Tuch und die mit ihr zu vergleichendenProben anderer Sorten daneben legen, wo sich dannder Unterschied der Feinheit bei genauer Betrachtungbald erkennen läßt, besonders wenn man ein Vergrö-ßerungsglas dabei anwendet.
tz. 63.
Die Festigkeit oder Haltbarkeit des Wollhaaresläßt sich aus dem Widerstände, den es der Wirkungoder Anstrengung, es zu zerreißen, entgegensetzt, er-kennen, und hat ihren Grund in dem starkem oderschwächern Zusammenhange seiner Bestandtheile, wel-ches wieder von verschiedenen Ursachen herkommt.Die Festigkeit ist daran zu erkennen, wenn das Haarbei seiner Ausdehnung nicht leicht zerreißt, und wennes zerrissen ist, sich schnell wieder zusammenzieht.
tz- «4-
Die Geschmeidigkeit des Haares darf nicht mitder Weichheit, von welcher sie eine Bedingung ist,verwechselt werden. Sie besteht im allgemeinen inder Eigenschaft, vermöge welcher die Form oder Ge-stalt einer Substanz ohne Trennung ihrer Theile ver-ändert, verlängert oder verkürzt werden kann. Jeleichter das Haar der geringsten Gewalt durch Ziehenoder Biegen, die aber nicht bis zum Zerreißen ange-wendet werden darf, nachgiebt, desto biegsamer, und