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je biegsamer, desto feiner ist es, denn die Biegsamkeitsteht mit der Feinheit im geraden Verhältniß. Zmallgemeinen ist die Geschmeidigkeit um so größer, jezahlreicher, kleiner und einander gleicher die Bogenoder Zirkel des Haares in einer gewissen Länge sind,und je gerader die Linie ist, in welcher die Erstemsich an einander befinden. Um die Geschmeidigkeitzu beurtheilen, vergleicht man ein Haar mit dem voneiner andern Sorte, saßt beide, abgesondert von ein-ander, an ihren Enden zwischen dem Daumen undZeigefinger beider Hände, und bläset gelinde darauf.Dadurch wird das geschmeidigere und feinere Haarin ein stärkeres Zittern versetzt, als das andere, dassich wohl gar nicht bewegt. Auf dieselbe Weise faßtman das Haar mit einem von einer andern Sorte,und dehnt beide zugleich, wenn man ihre Ausdehn-barkeit prüfen will. Je mehr sich das eine, nach demZerreißen des andern, noch ausdehnen läßt, desto dehn-barer ist es. Dabei muß man aber darauf sehen, daßbei dem Ausdehnen des einen die Haut der Fingernicht feuchter ist, als bei dem andern, und daß mandas eine nicht länger in den Händen hält, als dasandere.
h. 65.
Die Weichheit der Wolle, welche aus der Ge-schmeidigkeit des Haares und der Beschaffenheit derOberfläche seiner Röhre besteht, wird durch das An-fühlen geprüft, ob die Oberfläche des Haares gleich-förmig, oder etwas rauch ist, und das Haar ist umso weicher, als seine Oberfläche gleicher, voller, vonRauchheit freier, biegsamer und feiner ist. Um denUnterschied zwischen weicher und starrer Wolle zu fin-den, darf man nur die vordersten Glieder des Daumesund Zeigefingers etwas an einer Kalkwand reiben,und dann zwischen ihnen eine Flocke Wolle anfühlen,