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Alle Arten der Schafwolle : ihrer Natur und Beschaffenheit nach, leicht kennen zu lernen und solche zu verarbeiten oder theoretisch-praktische Belehrungen für Tuch-, Zeug- und Strumpf-Fabrikanten, Wolleinkäufer, Wollsortirer, Wollkämmer und deren Gesellen und Lehrlinge : enthaltend: gründliche Kenntnisse von der Natur und Beschaffenheit aller Arten von Schafwolle, deren Verarbeitung zu Garnen, Tuchen und Zeugen... / herausgegeben vom Tuchfabrikanten, Kunst- und Schönfärber Carl Friedrich Scherf
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tz. S8.

R. Von den Kenn;rirhen einer guten keinenWolle überhaupt.

Aus den obigen Betrachtungen und Merkmalenläßt sich nun schließen, wie eine gute feine Wolleüberhaupt beschaffen sein muß, und welches die Ur-sachen der Cultivirung guter und schlechter Wollengewöhnlich sind. — Eine gute Wolle von vorzügli-cher Brauchbarkeit muß sich gut und lang ausziehenlassen; sie muß mild, weich, geschmeidig und seiden-haft im Gefühl sein, welches man den Stapel zunennen pflegt, der nach Beschaffenheit der Wolle mehroder weniger gut sein kann; eine gute Wolle mußauch lang, fein, elastisch, fest oder haltbar, gleichför-mig stark, weiß, rein, unvermischt, trocken, weder ganzfettlos, noch zu fettig, am wenigsten schmierig undklebrig, nicht morsch, grob, kurz und patschig, nichtplatt-, Hunde- und stachelhaarig, nicht rauhspitzig,stumpf gewachsen und gedreht, nicht zweiwüchsig oderhungersilzig und futterig, nicht mehrfarbig und mitLammwolle vermischt, oder durch fremdartige, harzigeSubstanzen u. dgl. verunreinigt sein; sie muß auchihren eigenthümlichen süßlichen Geruch besitzen, unddarf nicht dumpfig oder moderig riechen. Eine gut-artige, von gesunden Schafen gewonnene Wolle mußauch aus der Schurseite ein volles, aufgequollenes,flaumartiges Ansehen haben, und wenn man sie mitder Hand niederdrückt und wieder losläßt, so muß sienur langsam ihre vorige Gestalt wieder annehmen;dagegen hat eine schlechtnaturige Wolle auf der Schur-seite einen harten, dicken Angriff, und leistet beim Nie-derdrücken mit der Hand einigen Widerstand undnimmt sogleich, wenn man die Hand wegzieht, ihrevorige Gestalt wieder an.