Wenn nun ganz gewiß ist, daß aus obigen Sub-.stanzen 200 Pfund liquide Seife gewonnen werdenkönnen, so kommt das Pfund nach den dermaligenPreisen obiger Substanzen u. a. nicht höher alsizSgr.Arbeitet man aber mit Pottasche, so kommt sie kaumso theuer zu stehen.
tz. 80.
Von der Anwendbarkeit dieker Seite.
Will man nun diese Seife anstatt des faulenUrins zum Waschen der Wolle anwenden, so mußman ausfolgende Art verfahren: Um z. B. 100Pfundunreine Wolle zu reinigen, so müssen in 200 PfundWasser, welches aus 60—-70» R. erwärmt worden ist,10 Pfund der obigen Seife vollkommen gelöst wer-den. Die Wolle wird in ein hölzernes Gefäß ge-steckt, die Seifenlösung darauf gegossen und die Wolleso lange darin langsam bearbeitet, bis sich das Sei-fenbad auf 40° R. abgekühlt hat, worauf sie mitden Händen etwas durchgedrückt, dann nach einanderausgerungen, und wie gewöhnlich in reinem, weichemFlußwasser rein gespült wird. Das rückständige Sei-fenbad braucht nicht weggeschüttet zu werden, weil eszum Waschen grober Wäsche, so wie zum Waschenanderer unreiner Wolle, und auch zum Walken wolle-ner Waare noch gebraucht werden kann.
h. 81.
Diese Reinigungsart der Wolle ist ganz vorzüg-lich in solchen Fabrikorten anwendbar, wo eine großeMenge Urin erfordert wird, und der in der Zwischen-zeit des Gebrauchs gar oft nicht gehörig in Fäulnißübergehen kann, welche doch eine wesentliche Bedin-gung seinxr Brauchbarkeit ausmacht. Und tritt in.solchen Fabrikstädten noch der Fall ein, daß man den