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Alle Arten der Schafwolle : ihrer Natur und Beschaffenheit nach, leicht kennen zu lernen und solche zu verarbeiten oder theoretisch-praktische Belehrungen für Tuch-, Zeug- und Strumpf-Fabrikanten, Wolleinkäufer, Wollsortirer, Wollkämmer und deren Gesellen und Lehrlinge : enthaltend: gründliche Kenntnisse von der Natur und Beschaffenheit aller Arten von Schafwolle, deren Verarbeitung zu Garnen, Tuchen und Zeugen... / herausgegeben vom Tuchfabrikanten, Kunst- und Schönfärber Carl Friedrich Scherf
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106
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ob man feuchte oder trockne Witterung oder Sonnen-schein dabei zu erwarten hat; auch muß auf die Tem-peratur des Leims oder der Stärke Rücksicht genom-men werden; auch darf man die Kette nach dem Lei-men nicht zu stark, noch zu wenig und nicht ungleichauswinden; und endlich darf sie im feuchten Zustandebeim Aufhängen nicht übermäßig ausgedehnt und ausdem Drathe gezogen werden.

tz- IN.

Wer recht ökonomisch verfahren will und eineKette aus sehr grober Wolle zu leimen oder zu stär-ken hat, der rührt eine hinlängliche Quantität schwar-zes oder Staub-Mehl in kaltes Wasser ein, gießtdann unter stetem Umrühren kochendes Wasser hinzu,so daß es zu einem ganz dünnen Brei werde, denman etwas mit kaltem Wasser verdünnt, und stärktdie Kette darin.

§. 148.

Andere Fabrikanten machen es also: Sie kochenzu einer Kette, die oirea 20 Leipz. Pfund wiegt,4—5 Pfund Kürschner- oder Riemer-, oder auch Schu-sterleder - Abgänge ab, wobei man Folgendes zubeobachten hat: Das Schusterleder darf beim er-sten Mal Auskochen nicht über 2 Quer-Finger breit,und beim zweiten Mal muß es eine Quer-Hand breiteingekocht werden. Ueberhaupt darf das Schusterledernicht so lange ausgekocht werden als das andere,weil die Auskochung sonst die Kraft zum Leimenverliert.

Das Kürschner- und Riemerleder dagegenkann gleich das erste Mal eine Quer-Hand breitund zum zweiten Mal noch weiter eingekocht werden.Wenn man Fuchsleder unter dem Leimleder findet,