entstanden ist, fährt mit der einen Hälfte des halbenGanges unter den Pflock und mit der andern Hälfteüber denselben weg, nimmt dann die Fäden uber'sKreuz liegend auf, bringt sie an beide Pflöcke undfährt dann mit dem Scheren auf diese Art fort.Wenn man mit dem Scheren der Kette fertig ist, sowird die Kreuz-Webung der Fäden und die der hal-ben Gänge mit Bändern kreuzweis unterbunden, sodaß eine jede in ihrer Ordnung bleiben kann. Istdieß geschehen, so bezeichnet man an der vertikalenLatte, welche dem Anfange der Gänge, auf demvordem Pflocke des obern Quer-Holzes, am nächstenist, die Außenseite der auf einander liegenden Gängevon oben an bis unten mit schwarzem oder rothemBolus; und von einer solchen Zeichnung an, bis zurnächsten, wird „ein Band oder eine Fahne" ge-nannt, und ist eine Lange von 6 Leipz. Ellen. End-lich wird die Kette oder Werft von der Scher-Kroneabgenommen und gekettelt, woher auch ihr Name„Kette" entstanden sein mag. Nun wird sie auf fol-gende Art geleimt oder gestärkt.
tz. 14«.
Vom Leimen oder Stärken der Kette oder
Werkte.
Die Kette oder Werst muß deswegen geleimtoder gestärkt werden, damit die Fäden mehr Festig-keit erhalten, der Reibung beim Weben mehr wider-stehen zu können, und daß sie durch die Feuchtigkeitdes Einschlag-Garns nicht so leicht durchdrungen undgelöst werden. Man hat aber beim Leimen oderStärken der Kette mancherlei zu beobachten, wennman den wahren Zweck erreichen will: erstlich kommtVieles darauf an, welches Material dabei angewendetund ob es in hinreichender Quantität genommen, wird,