Luchen werden in der Regel Wollleisten angelegt.Die einmännischen Tuchfabrikanten scheren die Leistengewöhnlich etwas kürzer als die Werft, die zweimän-nischen hingegen etwas länger als die Kette. Imerstem Falle werden die Leisten mit aufgebäumt unddehnen sich daher aus, im zweiten Falle aber werdensie nicht mit aufgebäumt und werden nicht ausgedehnt,aber mehr eingewirkt. Indessen sind den Fabrikantendarüber keine festen Vorschriften zu machen, weil siesich zu jeder Zeit nack der Beschaffenheit ihrer Tuch-und Leistenwolle dabei einzurichten haben.
tz. 155.
Im Allgemeinen aber kann als feste Regel an-genommen werden, daß man an die Kette, wenn dieWolle dazu gefärbt ist, solche Leisten legen muß, de-ren Farbe so viel als möglich von der des Tuchesabsticht, so daß die Farbe desselben hervorgehoben wird.Daher können an schwarz- oder blaumelirte Tücke so-wohl lauter weiße als gelbe, oder auch buntstreisigeLeisten angelegt werden; an wollblaue, wollgrüneund dunkel wollbraune Tuche lassen die schön gelbgefärbten Leisten am schönsten; die buntstreifigen Lei-sten sind fast an allen in der Wolle gefärbten Luchenanwendbar, jedoch müssen auch diese mit der Farbedes Tuches in Harmonie sich befinden, vorzüglich dererste Leistenstreif vom Luche an; so würde es sehrunpassend sein, wenn man an einem dunkelblau- oderschwarzmelirten Tuche einen schwarzen, oder an einemhellblaumelirten Tuche einen hellblauen Leistenstreifanlegen wollte.
Die buntstreisige Leiste an feinen breiten Tuchenkann nach Verschiedenheit der Farbe derselben von derTuchseite an nach außen also beschaffen sein, z. B.
Dunkelblaue Kette, rothe, weiße, kornblaueund gelbe Leistenstreife zu 8 — 10 Fäden breit.