eine Elle lang gewebt worden ist, so wird diese Ruthezurück geschoben und die Werst, damit die Faden derhalben Gänge leichter springen können, mit einemweiten Kamme (Werft-Kamm) ausgekämmt.
Hat die Werft zu viel Leim erhalten, so daß siesich ruckt gut auskämmen läßt und die Fäden leichtzerspringen, so ist es nöthig, sie anzufeuchten: DerWeber nimmt in diesem Falle den Mund voll Wasserund sprudelt es auf eine geschickte Manier über dieWerfte weg, so daß dasselbe gleichsam in Dunstgestaltniederfällt.
Ist das Tuch fertig gewebt, so wird am Endewieder eine starke Schnüre eingeschossen, noch I Zollbreit Garn darauf gewebt und das Tuch abgeschnit-ten. Zwischen dem Tuche und Geschirre müssen dieKettenfäden eirva 7—8 Zoll lang sein, welche gang-weis am Riedblatte zusammengeknüpft werden. Aufder Hinterseite des Geschirres wird der Schnurstvckherausgezogen, und an 3 — 4 Orten zieht man 2Gänge über's Kreuz zusammen, damit das Geschirrnicht aus einander gehen kann. Darauf muß dasGeschirr von Pflocken gereiniget, das Riedblatt aus-gebürstet und an einem sichern Orte aufgehängtwerden.
§. 169.
Beim Weben hat man noch zu merken: ErstensFadenbrüche. Sie entstehen, wenn Fäden der Ketteoder des Einschlags zerreißen. Die erstem darfder Weber nicht zu lang werden lassen. Wenn ineinem Meisterstücke ein Ketten - Fa denbruchüber mehr als 3 Schußfäden hingeht, so wird er mit4 gk bestraft. Einen Einschlags - Fadenbruchmuß der Weber durch wiederholtes Nachschießen ab-zuändern suchen, sonst entsteht eine Zwiste. In ei-