auch die oben beschriebene Aetzlauge (h. 77.) zu eini-gen Walkkannen anwenden!, und man wird ebenfallsseinen Zweck erreichen; löst man dabei die Walkerdein verdünnter Aetzlauge und gebraucht sie auf obigeArt, so wirkt erstere noch besser; übrigens verfährt maneben so, wie oben gesagt wurde.
§. 18«.
Will man aber Tuche oder tuchartige Zeuge mitWalkerde reinigen und fest walken, so behandeltman die Waare anfänglich mit Urin nach tz. 178. undwalkt sie dann mit einer größern Quantität Walkerdeaus, wobei sie während der Zeit einige Male auSdem Walkloche genommen, ausgerichtet, gemessen,wieder in das Walkloch gedreht oder eingesetzt, nach-dem sie in der Länge oder Breite eingewalkt werdensoll, und wieder auf's Neue mit Walkerde behandeltwerden muß, bis sie fertig ist, worauf sie rein ge-spült wird.
An solchen Orten, wo das Walken mit Walkerdemehr gebräuchlich ist, wird auch also verfahren:
Erstlich muß das Luch tüchtig mit Wasserdurchdrungen werden, um den Leim zu erweichen undes zur Aufnahme der Walkerde geschickt zu machen.Zu diesem Zwecke rollt man es auf, faltet es wieder,drückt es zusammen und dreht es der Länge nach indas Walkloch, verstopft die Löcher des Walkloches,gießt eine oder zwei Walkkannen Wasser zu und fährtmit dem Zugießen so lange fort, bis die Waare ganzdurchnäßt ist. Nach Verlauf von einer halben Stundezieht man sie aus dem Walkloche, setzt sie zum Ab-tropfen auf einen Bock, und wenn es so weit abge-tropft ist, daß es nur noch das zum Verdünnen derErde nöthige Wasser enthält, so bringt man es wie-der rund in das Walkloch, dessen Löcher nun ver-stopft werden.