erblickt man, zwischen jeder Reihe Häkchen der Karde,die Samenkörnchen mit grüner Farbe, welche aber,wenn die Karden anfangen zu reifen, von oben anfast täglich verschwindet, bis auf die unterste Reihe,wozu etwa 8 bis 12 Lage erforderlich sind. Sobaldals alles Grüne an einer Karde verschwunden ist, sowird sie als reif mit einem scharfen Messer abgeschnit-ten, doch so, daß sie einen Stiel von 2 bis 3 ZollLänge behalten muß. Zu dieser Zeit gehl man alle3 bis 4 Lage den ganzen Acker durch und schneidetdie reifen Karden ab, und die, woran man nochgrüne Samenränder bemerkt, läßt man fort reifen.Wenn eine Kardenstaude nach und nach gänzlich vonKarden befreit ist, so wird sie entweder abgeschnittenoder sammt der Wurzel herausgerissen und dann ver-brannt.
Die Güte der Karden erkennt man daran,daß sie durchgängig reif sind, keine faulen Flecke undrecht feste Häkchen an den Kardenspitzen haben. Da-her ist die Güte der Karden von der trockenen Wit-terung abhängig, denn wenn es von der Zeit an,wo sich die Frucht entwickelt oder schon anfängt zureifen beständig regnet, so verdirbt die Karde, wirdfaul, oder morsch, so daß die Häkchen ganz leichtausbrechen. Und dieser Umstand macht die alten nochvorräthigen Karden theuer, so daß man lvvtt Stücköfters mit L bis t» Thlrn. hat bezahlen müssen, wo siebei günstiger Witterung und reichlicher Ernte fürI bis 2 Lhlr. gekauft werden. — Die eingesammel-ten Karden werden dann von einem besondern Kar-densetzer in drei besondere Sorten getheilt, und indie Kardenkreuze eingesetzt und zum Rauhen derLuche brauchbar gemacht. Die ganz großen Kardensind mehr für Strumpffabrikanten geeignet, als zumEinsetzen.