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eingehakt, auf die in die Rahmensäulen gesteckten Stek-ken gelegt und mittelst einer Lummer oder Miede solange ausgezogen, bis die Leisten und daS Tuch vongleicher Länge sind. Alsdann werden die Leisten obenund unten, so wie das Ende oder der Schlag des ,Luches an den Rechen angehakt und egal gezogen,und letzterer mittelst einer Leine befestiget. Darauf wirddas Tuch mittelst des Dehnefußes so breit ausgedehnt,bis es die bestimmte Breite hat. Diese Ausdehnungdes Tuches, so wie auch anderer Zeuge, geschieht lei-der öfters im Uebermaß, und viele Fabrikanten freuensich dabei, wenn sie auf diese Weise reckt viele EllenTuche u. dgl. erhalten; allein dieß ist eine Art Be>trug, und zwar mehr gegen sich selbst, als gegen den,der solche Waare kaust. Durch die übermäßige Aus-dehnung wird das Tuch aus dem Filz gedehnt, faden-scheinig und verliert an Qualität. Zugleich setzt derFabrikant seinen Ruhm und seine Ehre aufs Spiel.Denn ein solches Tuch, wenn es später von dem Schnei-der nochmals naß gemacht wiro, oder die Wasser-krumpe bestehen muß, wird wieder kürzer und schmä-ler, so daß es dann zu dem bestimmten Kleide nichtausreicht und öfters noch mehr Tuch nackgekaust wer-den muß. Nun tritt aber öfters der Fall ein, daßvon diesem Tuche nichts mehr zu bekommen ist, sodaß anderes gekauft werden muß, welches unange-nehme Folgen veranlassen kann. Nach dem Ziehenund Ausdehnen des Tuches wird es mit feinen Hand-streichen und dann mit der Bürste verstrichen.
tz. 215.
Das Sürtten der Tuche.
DaS Bürsten der Tuche diente früher nur dazu,um nach dem Scheeren das Haar wieder im Strich nie-drrzulrgen; allein nach der neuern Fabrikation»» Me»