die kalte Presse. Hernach bleibt dem Tuche nur der-jenige Glanz, welcher der Wolle von Natur eigen ist.
Bei der Dampskrumpe, welche schon obenG. 2U>.) vorgekommen ist, wird das Tuch auf derDecatirmaschine mit Wasserdampf getränkt undzugleich (ohne Preßspäne) gepreßt, wodurch das Haarsich glatt und dauerhaft niederlegt und ein der Nässevöllig widerstehender künstlicher Glanz hervorgeht.
§. 2,S.
Wir haben oben erwähnt, daß Andere die Tucheund wollene Kleinigkeiten auch auf einem Herde de-catiren, und um den Unterschied kennen zu lernen, derzwischen den verschiedenen Decatir-Methoden Stattfindet, wollen wir noch zwei derselben mittheilen.
Die eine der sogenannten Decatirmaschinen be-steht gewöhnlich aus einem viereckigen gemauerten, etwa2 Fuß hohen Ofen, dessen Decke durch eine flache,eiserne Platte gebildet wird. Man legt auf diese Platte,nachdem sie durch die Feuerung erhitzt ist, mehrfacheLagen grober Leinwand, begießt diese reichlich mitWasser, bringt darauf das zusammengefaltete, in einewollene Decke eingeschlagene (vorläufig stark — abernur kalt — gepreßte) Tuch, darüber ein Brett, undgiebt den Druck mittelst einer, mitten über dem Ofenangebrachten, senkrechten Schraubenspindel. Nach 12—25 Minuten öffnet man die Presse, nimmt das Tuchheraus, schüttelt es tüchtig aus, um den darin befind-lichen Dampf zu entfernen, und spannt es auf denRahmen zum Trocknen. Wenn durch Unvorsichtigkeitbei diesem Verfahren Mangel an Wasser entsteht, sowird das Tuch zu heiß und verbrennt entweder, oderwird doch hart und brüchig.