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Kette gänzlich verdeckt. Das Weben dieser Tapetengeschieht auf einem sehr einfachen, aber breiten Stuhle,an welchem mehrere (z. B. vier) Personen zugleicharbeiten. Keine künstliche Maschinerie, nicht einmaleine Lade, ist an diesem Stuhle vorhanden; das Ein-ziehen der Schußfäden geschieht mittelst kleiner Spu-len aus freier Hand, das Anschlagen mittelst einesKammes, der ebenfalls in der Hano gehalten wird:kurz das Weben wird hier zu einer Arbeit mühsamerund zeitraubender Stickerei. Eine vollständig ausge-malte papierne Patrone, welche zur Richtschnur beiAuswahl und Anordnung dient, befindet sich unter derKette, etwa 1 Zoll weit von derselben entfernt, undist also den Webern beständig vor Augen. Die rechteSeite der Tapete ist beim Weben unten. Jeder We-ber hat für den von ihm zu bearbeitenden Theil derKette eigene Schäfte und Tritte, um sie in Ober-und Unterfach zu theilen; aber der Einschuß erstrecktsich gewöhnlich auf einmal nur über eine kleine Anzahlvon Kettenfäden, welche mit dem Finger aus demOberfache aufgenommen werden, um die Schußspuledarunter durchstecken zu können. Es wird nämlichjeder auf der Patrone mit einer eigenen Farbe oderFarbenschattirung gemalte, isolirt stehende (d. h. nurmit andern Farben umgebene) Theil abgesondert ge-webt, indem man den dazu dienlichen Schußfaden sooft als nöthig hin und her einzieht und unterdessenalle benachbarten Theile außer Acht läßt. Darausgeht aber häufig die Nothwendigkeit hervor, an denGrenzlinien der Farben die Verbindung benachbarterTheile nachträglich durch Zusammennähen herzustellen.Wenn, wie bisher angenommen, die Kette horizontalausgespannt, also der Stuhl im Ganzen einem gewöhn-lichen Webestuhle ähnlich ist, so nennt man ihn Bas-selisse-Stuhl. Man gebraucht aber zur Verfer-tigung der hier in Rede stehenden Art Tapeten auch