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aus der getrockneten und gebrannten Weinhefe durchAuslaugen, Einkochen und Calciniren gewonnen wird:so kann in vielen Fällen auch sogleich die flüssige Aus-laugung der Asche jener vegetabilischen Produkte so-wohl im milden als ätzend gemachten Zustande an-statt der Pottasche angewendet werden, wenn es nichtdurchaus auf eine große Reinigkeit ankommt, wie sol-ches beim Sieden der Seife, des Wollwaschens, beimWalken und noch in andern Fällen vorkommt.
§. 297.
Die Pottasche kommt theils aus Nordamerika,theils ausDanzig, Riga und Königsberg. Doch kommtdie meiste zu uns aus Polen und Ungarn, und dieletztere wird für die beste gehalten.
Sie mag aber aus diesem oder jenem Lande her-kommen, so erscheint sie doch selten ganz weiß, sondernmeistens grau, bläulichgrau, oder blau mit Weiß ver-mengt. Gut calcinirte Pottasche ist löcherig, eckig, leichtund bimssteinartig. Auch in diesem Zustande zieht sieebenfalls die Feuchtigkeit und die Kohlensäure aus derLuft an sich und muß gut gegen selbige geschützt wer-den. Denn wenn die naß gewordene Pottasche auchwieder getrocknet wird, so erhält sie ihre verlorene Kraftdoch nicht wieder, ausgenommen sie wird aufs Neuecalcinirt.
tz. 298.
Von -er Prüfung -er Pottatehe.
Die Pottasche kann theils zufällig verunreiniget,theils aber auch verfälscht worden sein, welches mitKieselsand geschieht, der sich bei der Calcination auf-löst; dann kann sie aber auch weniger Kali enthalten,als sie enthalten sollte. Man nimmt an, daß eine ge-