tz. 294.
Im Salmiak ist das Ammonium mit Salz.* säure verbunden, und kann daraus durch die feuerbe-ständigen Alkalien geschieden und gewonnen werden.Es ist kein Element, sondern besteht aus Salpeter-oder Stickstoff und Wasserstoff. Im Urin und Hirsch-horn ist es am häufigsten enthalten.
tz. 295.
Aus diesem Grunde wirkt der faulige Urin (Z. 74.)der Menschen schon in vielen Fällen, wie z. B- beimWaschen der Wolle und beim Walken wollener Zeuge,als ein unreines Ammoniak und nicht so zerstörend,als die andern Alkalien und selbst manche Seife nichtausgenommen. Zum Gebrauch in der Färberei, woSalmiakgeist erfordert wird, darf man den faulen Urinnur mit einem Zusatz von Holzasche oder Pottascheaus einem eisernen, gläsernen oder irdenen Gesäße de-stilliren und in einer Vorlage auffangen. Ob mangleich auf die Weise ein wässeriges und unreines Pro-dukt erhält, welches Harngeist oder Urinspiritusgenannt wird, so ist es doch zur Nüancirung vielerFarben und zum Auflösen mancher Färbesubstanzcnu. dgl. sehr gut zu gebrauchen.
tz. 296.
von der Pottasche.
Die Pottasche oder das kohlensaure Kaliwird zur Anstellung der Waidindigküpe, der warmen Jn-digküpe, der englischen Schncllküpe und Aetzkalündigküpe,zum Seifensieden, zum Wollewaschen, zum Walken wol-lener Zeuge, in der Färberei zu manchen Farben, und beivielen andern Künsten und technischenGewerben als etwasUnentbehrliches angewendet. Da dieses Salz aus derAsche der meisten Bäume und Vegetabilien, wie auch