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steht. Man weiß auch, daß die Cochenille im Handelmit einer Substanz, die Sylvester genannt wird,verfälscht vorgekommen ist, deswegen man sehr vorsich-tig beim Ankauf derselben sein muß. Diese Substanzist bloß ein Kunstprodukt, welches aus Thon, Fernam-buktinctur und etwas Tragant geformt wird. Eigent-lich aber versteht man unter „Sylvester" die Bee-ren, welche auf der Pimpinelle wachsen. Die Co-chenille giebt scharlach-, carmoisin, purpur- und rosen-rothe Farben.
Wenn man damit färben will, so muß sie gemah-len oder fein gestoßen und vor dem Gebrauch 12 Stun-den lang in kaltem Wasser, in vorkommenden Fällenauch in Zinnsalzsäure, eingeweicht weroen.
tz. 388.
Von dem Krapp und der Färberröthe.
Krapp nennt man in der Färberei die getrock-nete und zubereitete röthliche Wurzel der Färberröthe(kubis linot ). Der beste Krapp wird in der euro-päischen Türkei, aber auch sehr gut in Frankreich, Flan-dern, Seeland, Deutschland u. a L. cultivirt und zu-bereitet. Bei der Bereitung dieser Farbesubstanz er-halt man drei verschiedene Sorten, davon die erstere,aus den äußern Theilen der Wurzel und den zartenWurzessasern bestehend, die schlechteste Sorte des Krappsausmachen und die Mullkrapp genannt wird.
Der gure Krapp besteht dagegen aus den flei-schigen Theilen, welche zwischen der Wurzelschale unddem Kern befindlich sind. — Diejenigen Theile, diebei dem guten Krapp abfallen und als Rückstand zer-kleinert werden, liefern den Korkkrapp, der, so wieder Mullkrapp, ebenfalls von schlechter Beschaffen-heit ist.