SS4
tz. 33V.
Die Kennzeichen eines guten Krapps
bestehen in Folgendem: 1) Er besitzt eine orangenfar-bene, ins Braunrothe übergehende Farbe; 2) er hateinen säuerlichsüßen Geruch und Geschmack; 3) er ziehtgern Feuchtigkeit aus dem Dunstkreise an und verdirbtdadurch; 4) er ertheilt dem Wasser, wenn es daraufgegossen wird, eine gelbrothe Farbe; 5) Alaun erzeugtdarin einen schönrothen Niederschlag; 6) er enthältfreie Weinsteinsäure, deswegen die Abkochung desselben,wenn Kreide hinzugesetzt wird, aufbraust. Der Krapphat einen rotbfärbenden und einen sahlfärbenden Stoff,wovon sich ersterer bei gelinder Wärme ausziehen läßt,und letzterer entwickelt sich dann erst, wenn das Fär-bebad die Siedehitze erreicht. Um den Krapp vor vemVerderben zu schützen, muß er in gut verdeckten Fäs-sern und an trocknen Orten aufbewahrt werden.
tz. 34V.
von dem Gratilien-, Fernambuk- oder Roth-holz.
Das Brasilien- oder Fernamb ukholz istdas Holz des Brasilienbaums, welcher in Ja-maica und Brasilien wild wächst. Seine Farbeist dunkelroth, zum Theil gelbbraun, sehr schwer undhart, von einem süßlichen Geschmack und Geruch;das in der Wollenfärberei gebräuchlichste ist das Roth-holz oder St. Marthensholz von der Küste Gui-nea in Afrika. Eine Mittelsorte ist das Japanholz.Alle diese Hölzer vertragen sich nicht gut mit dem Blau-holz. Um eine schöne rothe Farbe aus ihm zu erhal-ten, muß man demselben viel Alaun zusetzen, der aberden Blauholzfarben nachtheilig ist.