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tz. S3S.
Ist das Schwefeln des Garnes oder der wolle-nen Zeuge auf diese Weise geschehen, dann werdensie gereiniget, um sowohl den etwa ihnen anhängen-den substantiellen Schwefel, als auch die freieSchwefelsäure daraus zu entfernen. Das Er-stere verrichtet man durch öfteres Auswaschen in rei-nem Flußwasser. Das Zweite, indem man die ge-schwefelten Gegenstände durch Wasser zieht, in wel-chem sehr fein geschlämmte Kreide zerlassen ist,oder endlich, indem man sie durch ein Wasser nimmt,welches man mit Salmiakgeist vermischt hat;beide absorbiren die freie Säure, und die Kreide,welche vorzüglich bei Tüchern und Strümpfen ange-wendet wird, erhöhet die Weiße derselben, indem siesich in ihren Zwischen räumen festsetzt. — Inden Aachener Fabriken pflegt man durch letzteresMittel allein der Wolle oder den wollenen Garnen eineWeiße zu geben, die kaum durchs Schwefeln dahingebracht werden kann. Man nimmt auf 1 PfundGarn 2 Pfund geschabte Kreide, die man mit kal-tem, reinem Flußwafser in einen dünnen Brei ver-wandelt. Mit diesem wird das Garn, als wenn esmit Seife gewaschen würde, recht sorgfältig durch-gerieben. Das Garn bleibt alsdann 24 Stundenlang mit der Kreide infundirt; alsdann wird es inkaltem Flußwasser so lange gespült, bis man nichtsKreideartiges mehr an ihm bemerkt. Wird diese Ar-beit wiederholt, so erlangt das Garn dadurch einedesto blendendere Weiße. Es bestätigt sich, daß einso gebleichtes Garn, wie auch dergleichen Waare,sich viel länger weiß erhält, als wenn es geschwefeltworden ist.