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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
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168 Veränderungen der Erdoberfläche.

nigen Minuten eine Eruption hervorbringen konnte, so-wohl die Gesteinbruchstücke als auch das siedende Wasserwurden in diesem Falle weit höher getrieben, als ge-wöhnlich. Nachdem das Wasser ausgeworfen worden war,kam noch wenigstens eine Stunde lang eine Dampfsäulemit einem betäubenden Geräusch aus der Röhre hervor.Wenn aber der Geiser durch diese Anstrengung ausgeleertworden war, so gab er keine Zeichen eines neuen Aus-bruchs, sobald der gewöhnliche Zwischenraum der Ruheverflossen war-

Wir erlauben uns hier eine Abweichung und macheneinige Bemerkungen über die Theorie der Quellenund über die artesischen Brunnen, wobei wirabermals Herrn Lyell reden lassen.

Es ist eine allgemein bekannte Sache, daß gewisseporöse Bodenarten, wie loser Sand und Grus, dasWasser sogleich einsaugen und daß ein solcher Boden nachheftigen Regenschauern bald wieder trocken wird. Gräbtman in solchem Boden einen Brunnen, so kann man oftziemlich tief gehen, ehe man Wasser antrifft; man findetes gewöhnlich erst in der Nähe der untern Theile derFormation, wo es auf irgend einer undurchdringlichenSchicht stehen bleibt und sich, da es in gerader Linienicht weiter dringen kann, ansammelt, um aus irgendeiner gemachten Öffnung zu entweichen.

Die Leichtigkeit, mit welcher das Wasser losen undgrusigen Boden durchdringt, wird sehr deutlich durch dieWirkungen der Ebbe und Fluth in der Themse, zwischenRichmond und London, erläutert. Der Fluß durchströmtdort ein auf Thon liegendes Grundlager, welches ab-wechselnd mit dem Wasser der Themse, wenn die Fluthsteigt, gesättigt und dann wieder auf eine Entfernungvon mehreren hundert Fuß von dem Ufer, wenn die Ebbeeintritt, trocken wird, so daß die Brunnen jenes Stri-ches ebenfalls eine regelmäßige Ebbe und Fluth zeigen.

Da das Durchsickern des Wassers durch poröse Schich-ten so leicht ist, so dürfen wir uns auch nicht wundern,daß die Quellen auf der Seite eines Berges oder Hügels