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Anleitung zum Selbststudium der Geologie : nach dem Book of Science / von Karl Hartmann
Entstehung
Seite
322
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S22 Don den Übergangsformationen.

Ursprung ist noch immer sehr deutlich. Ähnliche und un-bedeutendere Veränderungen des mineralogischen Charak-ters der Grauwacke finden sich in allen Gebirgen.

Die Art und Weise des Vorkommens der Grauwacken-Kalksteine in der Grauwacke, ist sehr entschieden. Zu-weilen sind sie nur feinkörnigere Schichten mit kalkigenStoffen, weshalb man den Übergang von vollkommenemKalkstein in Lager, in denen nur wenig kalkige Materie !vorhanden ist, wahrnehmen kann. Dieser kalkige Cha- -rakter läßt sich oft auf bedeutenden Strecken in der all-gemeinen Streichungslinie der Schichten verfolgen.Diese Kalklagen haben offenbar eine andere Entstehung,als die sie umschließenden Schiefer- und Grauwackeschich-ren; sie kann nicht in der Zerstörung früher vorhandenerKalkmassen gesucht werden, da sie in den älteren Ge-birgsarten verhältnißmäßig selten und in der Grauwackeweit häufiger sind. Auch nimmt die Menge der Kalk-schichten bis zur Kreidebildung hin zu, und es ist dahernicht möglich, jede dieser Ablagerungen nur aus einerZerstörung der früher vorhandenen erklären zu wollen.

Wo Kalkmassen ohne Verbindung mit thierischem Lebenvorkommen, da scheinen sie durch vulkanische Kräfte ausdem Innern hervorgetreten, durch das Gewässer über ge-wisse Flächen verbreitet und dort allmälig abgesetzt wor-den zu sein. Wo aber Reste von Muscheln und Koralle»in größerer Menge vorhanden sind, da müssen andereBildungen vorhanden gewesen sein, gerade so, wie jetztKoralleninseln und Muschelanhäufungen an einigen Punk-ten vorkommen und an andern nicht, je nachdem sie ge-schützt oder mehr an der Oberfläche des Meeres liegen. ^

Bisweilen nimmt die Grauwacke, mitten in den ge- :wöhnlichen grauen und braunen Schichten, eine rotheFarbe an und ist alsdann vom Oiä reä nicht zu unter-scheiden, wie z. B. bei Trarbach au der Mosel, in derRormandie, im südlichen Devonshire und in Pembroke-shire; besonders häufig ist sie bei Wittich unweit Trier,bei Sommern unweit Celle, bei Niedeggen unweit Dürenund bei Gernrode am Harz.