4. Kräfte der Körper. 29
mehl bestreuten Tafel, ober auf einem in Oehl getränk-ten Papier; Oehl auf einer mit Wasser feucht gemach-ten Tafel; Quecksilber auf Holz, Glas, Stein, u.s.w»
Dergleichen Flüssigkeiten heißen daher tropfba-re, liquida ; im Gegensatz der elastischen, nichttropfbaren, expanlibiiia.
§. 97. Aus atz. Eine bloß träge Masse behältdie Figur, die sse hat. Auch die Schwere kann die Ku-gelgestalt nicht machen, da sie ihr vielmehr entgegen-wirkt, und die Tropfen, wo sie aufliegen, platt drückt,welche desto mehr knglig, je kleiner und leichter sie sind.Zur Bildung der Kugel gehört nun, daß alle Theilgender Masse sich gleich stark anziehen, und ihre Verschieb-barkeit groß genug ist, daß sie der Bewegung keine Hin-derniß entgegensetzt.
§. 98. Erklärung. Die festen Körper nehmen,beym Zusammentreten der Theile, auch eine gewisse Ge-stalt an, wenn solche der Wirkung dieser Kraft unge-hindert folgen können, wozu daher die Körper erst flüs-sig gemacht werden müssen. Daher hat jeder Körper,wenn er aus dem flüssigen Zustande in den festen freyübergehen kann, ein bestimmtes Gefüge, Textur,oder eine bestimmte Form im Umrisse, welches manseine Kristallisation nennt. Die kleinen Kristal-le, oder die primitive Form, geben die größere,oder die secu ndäre Form, so daß beyde einander ähn-lich, oder nicht sind.
Anmerkung. Zur Kristallisation gehören als BeyspielGvathe, Stalactite, alle Kristalle, einige Metalle, Salze,Schnee und Eis, besonders bey den gefrornen Fensterscheiben.Ferner die so genannten chemischen Baume.
1 . DerBleybaum, arbor8sturni. Wird iLothBley-zucker in einem BirrZlas« Wasser aufgelöst, und nachdem wa»res durchgeseihet, ein Stück Zink an einem Faden hineingehan-gen : so hängt sich das Bley an den Zink in glänzenden Theil-gen und wächst »gch unten zu fort zu einem Baume.
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