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Neuer Handatlas über alle Theile der Erde / entworfen und bearbeitet von Dr. Heinrich Kiepert, Mitglied d. Königl. Academie der Wissenschaften zu Berlin
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dem einzelnen Falle nach der Sprache der Majorität der Einwohnerschaft zu richten hat, hei demDurcheinandergreifen der gröfsern Sprachgebiete und der in den Grenzgebieten mitunter in ein-zelnen Orten ziemlich gleichmäfsigen Betheiligung verschiedener Nationalitäten völlige Conse-quenz nicht zu, und besonders verwirrend mufs dem der Sprachen nicht kundigen der Mangeleiner bestimmten Grenzlinie, etwa eines Anhaltes an administrative Grenzen, zwischen den demmagyarischen und dem slawischen Systeme folgenden Gebieten im nördlichen Ungarn erscheinen wo wohl auch unserer Karte manche kleine, nicht ohne Schwierigkeit zu beseitigendenInconsequenzen anhaften: im allgemeinen wird man nicht sehr irren, wenn man eine Linie vonPrefsburg über Leva, Losoncz (Lüfsnitz) und Kaschäu nach TJnglivar als Grenze zwischen slowa-kischer Sprache im N. und magyarischer im S. anniinmt; übenliefs verräth sich die Orthographievieler einzelnen Namen sofort durch des Erscheinen der Doppelbuchstaben für die Zischlaute (cs,cz sz zs) sowie des y, als dem magyarischen Systeme, durch die den Buchstaben übergesetztenHäkchen, sowie einfaches c und,/', als dem neuslawischen Systeme angehörig. In Siebenbürgen ,wo das slawische Element fehlt, das national-rumänische aber sicli wenigstens in der Schrift nichtgeltend macht, ist die deutsche Schreibart auch in einzelnen wlachischen Namen von Orten, woDeutsche wohnen, leicht von der sonst durchgängig auch für wlachisclie Ortsnamen gebrauchtenmagyarischen zu unterscheiden. In den auf das Blatt noch fallenden Theilen der eigentlichen Wa-lachei und der Moldau konnten allerdings, gegenüber dem noch gebräuchlichen nationalen Alpha-bete die Namen nur nach der Aussprache in unsere Orthographie übersetzt werden; in den Theilender türkisch - slawischen Länder im Süden der Donau und Save dagegen zog ich für dieses Blatt,um mehr die Gleichheit der Nationalität als die politische Abgrenzung hervortreten zu lassen, dieBeibehaltung der neuslawischen Schreibart vor. Nicht durchführbar dagegen war dieses System inder Karte der Türkei (No. 25) wegen der in den südlicheren Landestheilcn (Bulgarien , Thracien ,Macedonien , Albanien ) immer stärker eintretenden Mischung mit türkischen, albanesischen undgriechischen Namen, welche nach dem Vorbilde einzelner in Oesterreich erschienener Kartenund Bücher gleichfalls auf die slawische Manier umgestaltet zu sehen, den deutschen Leser all-zusehr gestört haben würde, so dars in diesem vielsprachigen Gebiete gleichförmige Zurückführungauf die uns geläufige Bezeichnung der einzig praktische Ausweg blieb.

Schriftfehler in No. 13 zu berichtigen:

In Steiermark . W. von Marburg 1. Mahrenberg.

In Kroatien . S. v. Agram 1 Kakovpotok, S. v. Warasdin 1. Bednia, östl. an der Drau bPittomaca st.ca.

In österr. Serbien bei Zombor 1. Conoplia st. Gon., an der Nordgrenze Bikics u. Malykut.

In Ungarn . S. W. der Donau : Westgrenze S. v. Ödenburg 1.'Schlaning, N. vom W. Endedes Plattensees 1. Twrgye, S. davon u. N. von Kanisa 1. Büko'sd, an der Donau N. vonMohacs 1. Bataszek, W. v. Ofen ist Zotis (wie auch Bl. 14 steht) richtigere Schreibartals Dotis. Zw. Donau und Theifs: in S. W 1. Süküsd, O. v. Pest 1. Janoslmfa st.haza. Oestl. der Theifs, S. Grenze 1. Safteny st. Sart., die Eisenbahn zwischenGyoma und Arad mufs fast geradlinig westlich an Mezö Bereny, Csaba und Ketegy-haza vorbeigehn. An der Theifs S. dieser Eisenbahn 1. Öcsöd, u. 0. davon Turkeve,N. von diesem Madaras ohne z und bei Debreczen Balmaz ohne c. N. 0. v. Debreczen1. Balkany, weiter N. 0. an der obern Theifs 1. Tarpa (sieht im Stich undeutlich wieTurpa aus). Im nördlichen Gehirgslande: N. v. Gran 1. Börz söny (dazu der deutsche Name: Pilsen ), im W. an der Waag 1. Neustadt! und Beczkow (oder Beckov ), 0. davonbei Kremnitz 1. Kric/ccrhd'a. Im Osten, N. v. Erlau 1. Pike st. Bik Gb. In ortsstatisti-scher Beziehung ist zu erinnern, dafs das zu der Karte seiner Zeit (im J. 1856) benutzteMaterial noch dem letzten Jahrzehnt angehört, und dafs die erst in neuester Zeit vonder österreichischen Regierung in Karten- und Tabellen-Form veröffentlichten Angabenmanche in der neuen, noch nicht vollendeten Organisation des Landes eingetretene Ver-änderungen ergeben. So werden namentlich eine Anzahl von Orten, die früher alsMärkte gerechnet wurden, demnach auch in unserer Karte als solche durch die Signaturbezeichnet sind, jetzt als Städte aufgeführt: so namentlich die sämmtliehen Ortschaftender Zips und die Orte des oberen Theifs - Thaies in der Marmarosch: Huszth, Visk,Tecsii, N. Szigeth; wogegen Szobwlc O. v. Pest in früheren Angaben (und danach in derKarte) irrig als Stadt bezeichnet ist, da es noch in die Klasse der Märkte gehört. DieClassification der gröfseren Orte nach der Einwohnerzahl, in der Karte noch nach demerst 1850 publicirten Ccnsus von 1840 bewirkt, erleidet noch erheblichere Modificationennach den Resultaten der neuesten Zählungen, zum Theil wohl in Folge gröfserer Ge-nauigkeit derselben, zum Theil aber auch durch die für manche früher volkreicher ge-wesene Orte verderblichen Nachwirkungen des letzten Krieges: denn mit wenigen Aus-nahmen sind die neueren Zahlangaben erheblich geringer als die älteren. Demnachmüfsten folgende Städte und Märkte aus der höheren Classe in die zunächst niedrigereversetzt werden: in die Classe zwischen 20 40 000 Ew. PRESSBURG, KECSKEMET und DEBRECZEN , in die CI. von 1020 000 Ew.; W. von Pest RAAB, KO MORN,STUHL WEISSENBURG, 0. von Pest: ERLAU, .1ASZ-BERENY, CZEGLED,NAG Y-KÖRÖS , BEKES , NYIR-EG YIJAZA, in die Classe von 5 10 000 endlichSCIIEMNITZ (im nördlichen Berglande), N.tgy Kanisii (S. W. Grenze), Totis (W. vonOfen), iSzekszard (s. v. Ofen), Arokszalliis u. .lasz-Apatlii (O. v. Pest ), Nagy Szalonta (beiGrofswardein), Nagy-Lak u. Dorosina (an der S. Grenze; letzteres Dorf, nicht Markt) vongröfser gewordenen Ortschaften sinil in dieselbe Classe hinanfzuriieken nur Dettva beiSchemnitz , Piispük - Ladany S. W. v. Debreczen, Sz. Andras (weiter S. W.), Mindszent.(noch südlicher an der Theifs) und Baitanga (S. 0. davon nahe Arad ).

Die Veränderungen, welche in der administrativen Eintheilung aller auf diesem Blatte dar-gestellten Länder theils in der neuesten Zeit eingetreten, theils noch in Vorbereitung be-griffen sind, werden natürlich erst nach vollständiger Durchführung der neuen Organisationmit Sicherheit und Genauigkeit in einer neuen Ausgabe des Blattes dargestellt werden können.

DIE ÜBRIGEN GENERALKAR]

EUROPÄISCHER Länder.

No. 17 25.

17 Karte eine der zuerst in Stich genommenen des Atlas, ist bereits

vor dem Erscheinen der österreichischen Generalstabs - Aufnahme von Mittel-/ To80Mia und Kirchenstat) ausgearbeitet, doch nicht ohne von derenResultaten in Bezug auf genauere Niederlegimg des FluCsnetzes und[der Orts-laaen und richtigere Terrainzeichnung zu profitiren, insofern dieselheig oflen-hm- durch verstattete Benutzung der Ongmalzeichnnngen, m die zu Mailand

1847 erschienene Karte Italiens von Cerri in 8 Blatt m verkleinertem MafseUnrichtigkeiten, welche in der nach huheieu Angabenubergegaiigen - d bisherigen sardinischen Königreichs' sich

bemerklich machten, jedoch auch auf direkte Anfrage.. .>Tuun W Erle-digung fanden, haben jetzt, wo das ganze Land m Grenzen und Emtheilungp :L völligen Umgestaltung entgegen zu gehn scheint, jode Bedeutung ver-, rpn . daher schon auf den zuletzt gedruckten Exemplaren jedes Colorit derTin ereil Eintheilung absichtlich fortgelassen worden ist. Bei der m neuerer Zeit* kürzeren Bezeichnung halber auch in der Tagespresse wieder aufgekom-dCT Annahme mancher längst aulser Gebrauch gekommener landschaftlichen' eneU (lpti Altertlmms wird ein kleiner Nachtrag von solchen nicht schaden:amWl m i P ;Hiterer Verständlichkeit wegen neben der lnodernisirten FormZL Apulien in ihrer weiteren Ansdehnung (die Provinzen 9

u 10 des Königreichs Neapel umfassend), sowie neben Capitanata undPrm-cipato (3 und 12) der alte Name Lucamen, und für die Umgegend derHauptstadt der Name Campanien nicht ganz überflüssig sein In denAbruzzen hat sich um den Fucinersee der alte Name der Marser-Landschaftwenigstens im kirchlichen Gebrauche (Dioecesis Marsica) durch das Mittel-alter ebensowohl erhalten, wie jenseit der Grenze im Kirchenstaate der derSabina; für die nördlichere Apenmnen-Landschaft um Perugia , Camenuo,Urbino ist der Name Umbrien zwar mehr nur m gelehrtem Gebrauch (z B.in der Bezeichnung der umbrachen Malerschule) erhalten geblieben, jedochin allerneuester Zeit (anstatt des freilich nicht ganz gleichbedeutenden mittel-alterlichen der anconitanisehen Mark mit Vorliebe wieder aufgefrischtworden, so dafs wenigstens die Bezeichnung der dortigen Gebirgszüge als Um-brüche Apennineil (wie auch durch den Beisatz hgurisclie, calabri-sclie, bei demselben Gebirgsnamen in der Karte die alten, resp. mittelalter-lichen Landsehaftnamen angedeutet sind) passender erscheint als die nach L.Grimms Vorgang in der Karte gebrauchte, nur auf den zufälligen und viel-leicht bald nicht mehr maßgebenden Umstand der politischen Angehörigkeitzum römischen Staate begründete der römischen Apenmnen. - Sogar vonden Provinzialnamen, welche die römische Büreaukratie unter Kaiser Diocletian für diejenigen Gegenden, deren ältere landschaftliche Benennungen bereits ver-schollen waren, aus den Namen der sie durchziehenden groisen Heerstraisenerst wieder neu geschaffen hat, und die allerdings durch den Fortgebrauchauch unter longobardischer Herrschaft eine mehrhundertjälirige Dauer erhaltenhaben, wie Valeria, Flaminia, Aenailia, ist dem letztgenannten erst mallerneuester Zeit, wo es sich um eine kurze Gesammtbezeichmmg für ein bis-her unter mehrere Staten vertheiltes gröfseres Gebiet handelte, die Ehre einerVerjüngung zu Theil geworden, doch ist trotz der officiellen Einführungder Fortbestand dieses Namens bis jetzt noch zu wenig gesichert, um seineEintragung in die Karte zu rechtfertigen *)

Mit J md frische Seefahrer gern

,, , . 1 1PV o-esicherter Positionen im I

autgenommenen Küsten und weniger einzelne, »

JO kg Ms vor kurzem die ToJrspUe der Mbmsel »ocl. » >m »geungeachtet mehrerer scheinbar ausführlich und der darauf b

Kartenwerke, deren völlige Unzuverlässigkeit (a j aW av;

gründeten bisherigen Generalkarten) sich jedocli ° .

augenscheinlichste herausgestellt hat, nachdem nun wenigstens ' ö o

macht worden ist mit der Veröffentlichung zwar noci m , ,

übrigen europäischen Ländern, einer neuen durch RegierungsOT-, iligte» Aufnahme,-aber doch in ausreichender Grefte » Af

und anf zuverläs iges ans den Archiven geschöpftes Matenal begründeter Kartedurch die Anstrengung eines, von der Jtiegieiun 0

hochverdienten Privatmannes, D. Pr. Coöllo zu Madnd. U.e erschreuem

10 Blätter, so »eit sie Spanien selbst bettelten, umfassen z»ai kaum über

i , , , 1 , . > durch dessen ganzen Rau

des gesammten Areals des Landes, und zwar tasr . .

zerstreut (die Provinzen Madrid , Segovia , Valladolid, Palencia , Alava , Gi

puzcoa, Gerona , Castellon, Almeria , Baleares ), versprechen a er nn er Z(

zu einem vollständigen Atlas des ganzen KöiügfJc 18 erwel ein vor re

liebes Material zu einer total veränderten und berichtigten Kartenzeiclmm

desselben abzugeben. Wenn eine solche somit Oir unsein t as spätem . u

fülirung in Kupferstich Vorbehalten bleiben mufs, so genügte jetzt die Lith

graphie zur Herstellung eines nur eben brauchbaren, d,e. groben beider d

bisherigen Karten vermeidenden Entwurfes denn au eine an eie ezeic

nung kann unser Blatt hei dem jetzigen Stande der spanischen Kartograph

... , , Rlflvtiiykeit würde dasselbe Ire

keinen Anspruch machen. An aiiproximativei rvmi ts

i*ti i t i n i j.« i ^ ftuecial-Atlas kaum erhebln

lieh durch die oben genannten Bruchstucke des oyv

o

übrigen Raum auf bloise Be-gewomien haben, wem, man für den f Bze fa8t uirge nd Zusammen-nutzung der älteren, mit den Coellosclien Bl ^ yum Glück eiue au .

passenden Karten angewiesen geblieben waie, &n Zweck ziemlich aus-

dere Publication desselben Autors einen für deB kt ,. üneas generales

reichenden Ersatz geboten hätte. Dein BuelH: ^ ^^ espaflüla por el coronelde navegacion y de los ferrocarnles en la pen p Uebersichtskarte im

D. Francisco Coello , Madrid !8o5, ist >'amhch ^ den vorgeschlagenen

Mafsstabe von 1:3,000 000 beigegeben, J elc flursnetz (etwa 100 Flüsse)Eisenbahn- und Canallmien allerdings nur das P eTerrflin) enthält> jedodl

und einige hundert ^wichtigeren Ortspositio ^ wd Äie für

m genauer und scharfer Reductiou aus aen b

den im Stich langsam fortschreitenden grols , lvftv .

. . .vc 0 , _ . , v n: uu o-emem starke Differenz der m

gearbeitet sind (vgl. p. 7 des Buches). Die » , ,, ,

v- r ., , , l rv , altere Karten erhellt auf den ersten

diesem Blatte enthaltenen Daten geg el) al r o. i .

x . . ,i t inie des Guadiana -btromlaufes, welcher

Blick aus Thatsaclien, wie z. B. der Lmie IT . ,,, . .

. , , er.icli fast bis auf die Hälfte der früher

zwischen 12 und 13" Perro dem lajo sich , Tw XT .. rM ,

jeden ähnlichen. Das Netz dieses Blat-angenommenen Entfernung nähert, unu . T .. , ,

tc. mm,m d« Meid allzcbedectemic,. | d«» L.cgemnäfcätebes

vergröIsert, bot f«, meine Karte die einzig G.mtttlmge, m de-

reu leer bleibende Raume dann (&°w a , > c .. ...

i i . a r,, nriterueordneten (Jrtslagen, Straisen, I luis-völlig genaues Material boten) die unter,,« ö

, ° ,, . , j Kcriiflien Fehler m den Positionen und Formen

laufe, unter Beschränkung der moglmiwo o.

__-iueere ist nicht sowohl, >

_a.,«.iwuoiunu rummo iüV aie ut: ^ tll g^ c Dfehler, sondern eigentlich die allein sprachrich

in mehreren Kecensionen bemerkt worden, ^f 11 ! ^ entsprechend ) und auch das ganze Mittelalter h

gebildete (weil der antiken Neutralform n0C h neben der heteroklitiscben Kimini anerkannt wi

durch allein gebräuchliche; dals sie uue J® ^ geogi-aphisclies Wörterbuch von Italien und die Ca)bestätigen gute Autoritäten, ss. B- andere Autoren von derselben Bedeutung, wie Zuceag

emministrativa del Heyno iVJUdia. p a ^ et ( -, euera i s tabs-Karte nur liimini schreiben, diese Form soiOrlandini, Litta und die österreichisch habe ich sie für neuere Abdrücke der Atlaskarten (atjetzt die gebräuchlichere zu sein schein kleiner zu berichtigender Stichfehler ist dageg

auf Bl- 4 und 12) im Stich corngiren edwia flil . das besser italienische Lampedosa (wie auf Bl.am Südrande der Karte der Inselname ^ unbegreifliches Versehen auf der Karte von Europa so{richtig steht), statt dessen mir dur ^ etler geglitten und bei der Correctur übersehen worden ist. ^die antike Form Lopadusa aus . er igt ^er Bandschaftsname Gallura uachzutragen.der Nordküste der Insel Sardm . ie ^ t ^mal eine Universitätsstadt , wie das einst berühmte Salaman**) Zu diesen gehörte 1UC - n de n älteren Karten um mehr als -J Grad in der Breite fab

welches, wie sich jetzt herausste ene Position nicht einmal auf einer brauchbaren Breitenbec

gelegt war, so dafs die bisher an

achtung beruht haben kannl