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No. 31. 32.
In der Karte des Continents Australien sind seit der ersten Ausgabenur die dem Raume nach weder sehr umfangreichen, noch praktisch sehr be-deutenden Entdeckungen mehrerer flacher Seebecken im westlichen Theile derColonie South Australia, westlich vom sogenannten Lacus Torrens, und derName Queensland für die noch in der Anlage begriffene Colonie jenseit derNordgrenze von New South Wales nachgetragen worden *).
Die ungeheuer zerstreute Inselweltdesgrol'sen Oceans geh ört im gan-zen nach ihrer Natur und Entlegenheit von den bisherigen Wegen europäi-schen Seehandels noch zu den weniger gesicherten Formen der Erdoberfläche;während allerdings Lage Gestalt Ausdehnung der bedeutenderen und stärkerbewohnten Inselgruppen meist schon bei ihrer Entdeckung genauer festgestellt,durch die hydrographischen Arbeiten der letzten Jahrzehnte, mit kleinen Aus-nahmen (wie z. B. des die südöstliche Fortsetzung von Neu Guinea bilden-den sog. Louisiade-Archipels) völlig gesichert sind, ist die Auffindung dermeisten vereinzelten oft untereinander weit entlegenen niedrigen Inselchenbisher fast gänzlich dem Zufalle überlassen gewesen: einem Zufalle, der sichin Bezug auf viele derselben im Laufe dreier Jahrhunderte natürlich oft wie-derholt und bei der Unsicherheit der Ortsbestimmungen nach älteren Metho-den (namentlich oft erweislich um mehrere Grade irrig angegebenen Längen)gar häufig zu doppelter und mehrfacher Angabe ein und derselben Insel anverschiedenen Stellen und unter verschiedenen immer wieder neu gewähltenNamen geführt hat, so dal's während grofse noch nie durchsuchte Räume desOceans möglicherweise noch Hunderte von bis jetzt unbekannten Inseln ent-halten mögen, andere auf den bisherigen Karten (selbst den besseren, wieden Atlanten des russischen Admirals Krusenstern und der französischen Seefahrer Dumont d’Urville und Vincendon-Dumoulin) an einer Ueber-fülle nicht existirender Insel-Doubletten leiden. Diesem Uebelstande abzu-helfen ist als erste umfassende kritische Arbeit der Engländer auf diesemFelde die im Jahre 1856 von der britischen Admiralität veröffentlichte grofseKarte des pacificisclien Oceans in 12 Blättern bestimmt. Leider, wie diemeisten englischen Seekarten, in Folge nachlässiger Correctur durch einegrofse Menge von Fehlern in den Namen entstellt, giebt sie in Bezug aufdie Positionen alle bis jetzt vollkommen gesicherten Resultate, daneben abernatürlich auch noch auf Grund älterer Quellen eine sehr grofse Zahl nachExistenz oder Lage zweifelhafter Inseln und Riffe an, deren nähere Bestim-mung noch Aufgabe der Zukunft bleibt und tilgt endlich als vollständig un-beglaubigt eine nicht kleine Zahl von solchen, welche auf älteren Karten figu-rirend zum Theil auch in neuere Compilationen übergegangen sind. Da dieseKarte später als unser Blatt 31 erschien, so konnte dieses daraus erst nachder ersten Ausgabe eine, für den kleinen Mafsstab und die geringe Auswahlvon Namen in unserer Uebersichtskarte natürlich nicht bedeutende Reihe vonBerichtigungen und Zusätzen erfahren, von denen es genügen wird die wich-tigeren im Interesse der Besitzer der ersten Auflage der Karte hier anzuge-ben. Eine nicht unbedeutende Zahl von Berichtigungen oder Zusätzen dereinheimischen Namen der bewohnten Inseln, welche in Folge des er-höhten Interesses dafür bei den europäischen Seefahrern bereits seit längererZeit mehr und mehr an Stelle der oft mehrmal veränderten europäischen Be-nennungen in Gebrauch genommen worden sind, verdanke ich der gütigenMittheilung eines durch langjährigen Aufenthalt^ auf Australischen Inseln undKenntnifs der einheimischen Sprachen zu solcher Kritik höchst befähigtenMannes, des Hrn. Missionspredigers E. R. W. Krause.
Berichtigungen, geordnet nach Zonen der Breitengrade, von N. nach S., innerhalb jedereinzelnen von 0. nach W.
Nördlich vom 30° S. Mateo, Roca de Plata, Ganges ganz zu streichen.
Zwischen 30° und 20°. Dolores st. Rosa (Kendrick), letztere Insel liegt 4° west-licher, ebenso Lot’s Wife 5° östlicher als angegeben (162° Gr. also dicht westlichvon 180° Ferro, Breite bleibt dieselbe). Fortuna, Weeks, Philadelphia , Maro , Halcyonzu streichen.
Zw. 10° N. und dem Aequator . In Gilberts Arcliipelagus (190° Ferro) Taritari,einheimischer Name der Gruppe Makin . Nachzutragen die Insel Tamana zwischendem Aequator und dem ersten r im Namen Scarborough. Oestlicher zu streichendie Inseln Newmarket, Chinchilla, America.
Zwischen dem Aequator und 10° S. Für die noch sehr wenig bekannten gröfsernInseln des Salomons - Archipels fehlt uns, so viel mir bekannt, noch die Angabe dereinheimischen Namen an Stelle der ihnen von den spanischen Entdeckern beigelegten,aufser für Guadalcanal , deren eigentlicher Name Gela beizusetzen ist. Nördlich da-von ebenso Ontong-Java als Name für Harris I., östlicher Motuiti für Kennedy I.— In Kingsmills Gruppe ist statt Ererei besser Arurei zu lesen, beim Nukahiwa-Archipel die Insel Newyork zu streichen.
Zwischen 10 und 20°. Fotuna statt Erronan zu^ setzen; Solitaria zu streichen. ImSamoa -Archipel zu lesen Sawaii st. Sewai, Upulu st. Opulu, Olosenga st. Orosinga.Weiter südlich Toka st. Amargura, Niue st. Inme. In Cobk’s Archipel, als dessengewöhnliche einheimische Benennung der Name der Hauptinsel Rarotonga (nicht,wie in der Karte steht, Mangia) gilt: Aitutaki st. Waitutake, Takutea st. Okatulai-Fenuaiti, Mitiaro st. Mitiero, Terau st. Teraudjimau. Im Archipel von Tahaiti (Ta-hiti ist die derselben Aussprache entsprechende englische Schreibart) Raiatea st. Ra-jatea, Maupiha st. Mopeha, Fenna-Ura st. Wenua. Der Name des östlichsten grofsenArchipels wird richtiger Paumotu geschrieben.
Zwischen 20 und 30°. Bei Neu Caledonien Uea st. Auea, Mare st. Mari, Pine I.(d. i. Island ) statt des Stichfehlers Pinel und dazu der einheimische Name Korie. InCook’s Archipel Atiu st. Watiu, Mauke st. Mauti; Roxburgh und Hüll zu tilgen. Deröstlichere Archipel heifst nicht Tubuai (wofür besser Tupuai zu schreiben wäre, son-dern wie die Hauptinsel Rurutu (nicht Rurutuo oder Ohitiroa). Neben Raivavai istVavitao als falscher Name zu streichen, ebenso Oparo neben dem richtigen Rapa. —In 26^° S. Br. 217° Ferro ist das Inselchen Tuanahe nachzutragen. Mangarewa {Gambier), am östl. Rande, ist jetzt im Colorit als französische Besitzung zu bezeich-nen. (Die sogenannten nordamericanischen Besitzungen der östlichen Inseln imaequatorialen Theile des Oceans sind nur Entdeckungsansprüche, nicht factische Nieder-lassungen, also ohne politische Wichtigkeit, und daher im Colorit nicht bezeichnet.)
Südlich vom 50°. Ramonsita zu streichen.
kaspischen Meeres als dem höchsten Kaukasusgipfel zukommt, an beiden Stellen verschieden: Elbursund Elbrus geschrieben ist. Der Flul'sname Sardj« in Hindustan ist falsch Sardja gestochen.
*) Der Flufsname Darling im südlichen Theil des Continents steht in den Abdrücken noch falschals Dnrling, welches man zu corrigiren bittet. Eben so ist in der Erklärung der Aussprache am un-tern Rande der Karte statt: „wo dsch und tsch ausgesprochen u. s. w. “ zu setzen: „auszusprechen.“
No. 33. 34. 35.
Die für europäische Interessen eine ausführlichere Behandlung erfordern-den Gebiete bleiben in diesem Erdtheile, bei dem sehr langsamen Aufblühender Colonien an der Südküste und der historischen Bedeutungslosigkeit derneuerdings mit so seltenem Eifer und Glück von europäischen Reisenden erforsch-ten halbcultivirten innern Landschaften, vorläufig noch die in den Abdachun-gen zur Nordküste: dem Atlas-Land und dem N ilstromgebiete gelegenen.Letzteres, mit der Beschränkung seiner Längenausdehnung bis zur Südgrenzedes den Europäern bisher zugänglich gewesenen Gebietes im äthiopischen Hochlande, so dafs eben noch der ganze Lauf des östlichen Hauptarmes Aba'i,des sogenannten blauen Nils, dargestellt werden konnte (während der südli-cher folgende Raum von 10 — 12 Breitengraden bis zum wahrscheinlichenQuellgebiete bei dürftiger Bekanntschaft kein Culturmoment, kein irgend wich-tiges Detail darbietet) bestimmte die Grofse des Mafsstabes, der der Ueber-einstimmung wegen auch für das andere Blatt, das nordwestliche Africa oderAtlas-Land, beibehalten wurde; hierfür einen gröfseren zu wählen, wie es diegeringe Breitenausdehnung des zunächst darzustellenden Erdraumes bei even-tueller Weglassung des weniger wichtigen östlichen Tlieils um Tripoli gestattethaben würde, konnte doch die Rücksicht auf Algerien als europäisches Colo-nieland um so weniger bestimmen, als der Anbau dieses Gebietes auch jetztimmer noch ein verhältnifsmäfsig schwacher ist, und ausreichend in dem ge-wählten Mafsstabe anschaulich gemacht werden konnte, die beiderseits angren-zenden und mit Algerien zusammen erst ein natürliches Ganzes bildendenGebiete aber, besonders das marokkanische, noch zu wenig genau bekanntsind, um einer noch detaillirteren Terraindarstellung werth zu sein *). Diezweckmäfsigste Verwendung des in der Breite des Blattes verfügbar bleiben-den vielen Raumes, den mit Special-Cartons auszufüllen mit dem ganzen Planedes Atlas in Widerspruch gewesen sein würde, schien mir daher die (schwer-lich mit Recht von einigen Kritikern getadelte) Aufnahme der Umrisse dergegenüberliegenden süd-europäischen Küstenländer, um die gegenseitige Lage,namentlich zur nächsten Küste des politischen Mutterlandes Frankreich , an-schaulicher als in dem kleinen Mafsstab der Generalkarte von Europa thun-lich war, überblicken zu können.
Es versteht sich von selbst, dafs die Zeichnung des unter französischem Ein-flüsse stehenden Gebietes reducirt ist nach den neuesten, erst im Jahre 1856 voll-endeten, für die nördlichen Theile auf ziemlich vollständige Aufnahme, für diesüdlichen auf zahlreiche militärische Recognoscirungen gegründeten Karten desfranzösischen Generalstabes (Mafsstab 1 :400 000, 2 Blatt für jede der dreiProvinzen); die unter derselben Autorität später herausgegebene, nach jenerreducirte, aber noch darüber hinaus östlich bis an die Grenze von Taräbulus(Tripoli) ausgedehnte Generalkarte in 2 Blatt (1 :1,600 000) giebt die Um-risse der südlichen Theile des tunesischen Gebietes, namentlich die der gro-fsen Seen, etwas verändert an gegen die in der Exploration scienlißque del’Algerie publicirte Karte von Pelissier, der ich gefolgt bin, — ohne dafsdarum schon mit Gewil'sheit die neuere Zeichnung als eine völlig gesicherteBerichtigung angesehen werden könnte.— Ueber die Grundlagen der Zeichnungvon Marokko kann ich auf meine Bemerkungen in Heft 1 des VLLL Bandesder Zeitschr. f. allg. Erdk. nebst beigefügter specieller Karte verweisen, nachderen Mafsgabe einiges in der vorliegenden, namentlich im nördlichen Theiledes Landes, zu modificiren sein würde, wenn nicht etwa unter den jetzt ein-getretenen politischen Verhältnissen neue Aufklärungen durch europäische Be-reisung aus diesem so lange von aller genauen Beobachtung ausgeschlossengebliebenen Gebiete in nächster Zukunft zu erwarten sein möchten, deren Re-sultate dann leicht alles bisher aus unzureichenden Quellen mühsam combi-nirte gänzlich unbrauchbar machen und durch sichrere Angaben ersetzen könn-ten. Nur im südlichsten Theile unseres Blattes ist noch ein kleiner positiverFortschritt der Landeskunde anzuführen: die bisher den Franzosen nicht ge-glückte Bereisung und Verzeichnung des Weges von Gardäja nach el-Golea(moghrebinische Aussprache des arabischen Wortes für „kleines Schlofs“,el-Kulei’a') durch Duveyrier, welcher Ort nach seiner Breitenbeobachtungum einen vollen Grad südlicher und wahrscheinlich auch | —|° östlicher**)als in unserer Karte zu setzen ist; von dieser berichtigten Position hängtdann wieder ab die in Ermangelung europäischer Berichte durch Combinationvon arabischen Itineraren nur ganz approximativ zu bestimmende Lage derOasen von Tuät und Insalali, die ebenfalls südlicher zu liegen kommen; end-lich indirekt (auf der Generalkarte von Africa ) die aller Orte auf den fer-neren Karavanenstrafsen durch die Sahara bis Timbuktu ***).
Die wissenschaftliche Begründung der auf specieller ausgeführte Zeichnun-gen begründeten Reduction des Nilthaies in Aegypten und Nubien undder sich daran schliefsenden östlichen Gebirgslandschaften bis zum arabischenMeerbusen, die durch Linant’s und Lepsius Reisen schon einige Anfängezu vollständigerer Terraindarstellung gewonnen haben, wird der dafür sichinteressirende Leser in den Begleitworten. zu meinen (auch als besonderesHeft käuflichen) Specialkarten dieser Gebiete im groisen Lepsiusschen Denk-mälerwerke über Aegypten und Aethiopien finden. Die Zeichnung des Habes-sinischen Hochlandes gründet sich auf eine gleichfalls in sehr grofsem Mafs-stabe handschriftlich ausgeführte, vielleicht später einmal zu publicirende Con-struction, der sämmtliche bisher über dieses Land erschienenen Ortsbestim-mungen, Reiseberichte und Reisekarten von Deutschen , Engländern und Fran-zosen zu Grunde gelegt sind f). Für die genauere Darstellung der Karawa-nenstrafse von Dongola am Nil nach el-’Obed, der Hauptstadt von Kordifäl(dies ist nach Lepsius die richtige Schreibung statt des gewöhnlichen Kor-dufän) und von da östlich zum Nil konnte ich eine von Herrn Grafen
*) Wer sich für eine mit Hülfe der neuen französischen Aufnahmen in gröfserem Mafsstabe durch-geführte Darstellung der Oberflächengestaltung und Topographie des eigentlichen Algeriens interessirt,wird eine solche im nächsten Bande der Berliner Zeitschrift für allgemeine Erdkunde finden.
**) Die von Petermann mitgetheilten Längenbeobachtungen des Reisenden, welche eine noch öst-lichere Länge bedingen, scheinen kein völliges Zutrauen zu verdienen. '
***) Der Stammname Kamema im südlichen Tunis ist Stichfehler statt JJamema.f) Doch natürlich mit Ausnahme der so eben erst nach langjährigem Schweigen von dem my-steriösen französischen Reisenden d’Abbadie ohne weitere Erklärung veröffentlichten, angeblich aufBeobachtung begründeten Ortspositionen von annoch zweifelhaftem Werthe.