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J.C. Schweizer's Fremdwörterbuch : zur Erklärung fremder Wörter und Redensarten, besonders in Bezug auf Alterthumskunde, Geschichte, Medizin, Rechtswissenschaft und Technologie
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!>4 Charade.

bang), leichter, offener Bankwagen, vondem man leicht abspringen kann.

Charade (franz. sprich: Scharade),Silben-Räthsel, dessen Eigenthümliches da-rin besteht, daß der Gegenstand, welchererrathen werden soll, ein Wort ist, bestenSilben durch eine räkhselhafte Angabe ihresInhalts angedenket werken. Z. E- Ichgebe ein Wort mit drei Silben; die zweiersten bezeichnen eine Jahreszeit; die dritteist der Name eines Flusses im Kanton Zu-rich; das ganze Wort ist der Name einerStadt in eben diesem Kanton. — Die Auf-lösung ist: Winterkhnr.

Charadschi-Baschi, türkischer Ober-einnehmer der Kopfsteuer und Richter überdie deßhalb entstehenden Streitigkeiten.

Charakter (griech.), 1. Zeichen, Buch-stabe; 2. besondere Eigenschaft einer Per-son oder Sache, wodurch ste sich vor an-dern unterscheidet oder auszeichnet, Merk-mal, Eigenheit; 3. die mit Beständigkeitin scharf bestimmten Zügen sich äußerndeDenkart eines Menschen, die Befolgungbestimmter Grundsätze, die Gleichmäßigkeitder Gesinnung, das feste Sictengepräge.der beharrliche Zustand des Bestrebnngs-vermögens; 4. Würde, Titel. — charak-terisiren , 1. eine Person oder Sachenach ihrer Beschaffenheit und Eigenschaftendeutlich beschreiben, darstellen, kenntlichmachen; 2. betiteln, die Würde bezeichnen.— .charakteristisch, auszeichnend, eigen-thümlich, unterscheidend. — Charakteri-stik. Schilderung, Darstellung, der aus-zeichnenden Eigenthümlichkeiten einer Per-son oder Sache, die Merkzeichenknnde.

Charge ( franz. sprich: Scharsch').1. Last oder Bürde, z. E. das ist mir t>rliarge, znr Last, zur Beschwerde; daherauch Ladung < Schiffsladung); 2. Amt,Bedienung, Stelle; 3. Angriff der Trup-pe». — ck.ii'xs lt'üffaii-es, Charge d'As-saires (sprich: S charscheh-d 'a ffä hr),Geschäftsträger, Geschäftsführer an einemauswärtigen Hofe, als Stellvertreter derordentlichen Gesandten. — chargireii(sprich: scha r sch ire»), 1. belästigen,zur Beschwerde sein, überladen; 2. einemeinen Auftrag zu ektvas geben; 3. laden(vom Schießgewehr); 4. angreife», Sturmsaufen. — chargirt. 1. überladen, be-lchwert; 2. übertrieben, z. B- in der Ma-lerknnst, was auffallend starke Züge hat.

Chcn-teke.

Chaviage (franz. sprich: Schariah-sche), Frachtfuhre; Frachtloh».

Charientismus (griech.), in der Re-dekunst , milde Bezeichnung von etwasUebelm, z. B. entschlafen, statt ster-il en.

Charitö (franz. sprich: Schariteh),1. Barmherzigkeit, Milde; 2. in mehrerenStädten ist es der Name eines Kranken-hauses. — charitahei, liebreich, mild-

Charitinnen (griech.), die Httldgöttin-nen, Htildinnen, Grazien.

Charivari (Gchariwari ), Hohn-musik, Spottständchen, Lärm mit Kesseln,Pfannen u. dgl., Katzenmusik.

Charlatan t franz. sprich: Scharla-tang, vom ital. ci-»-lawre), ei» Aster-arzt, Quacksalber, Marktschreier; ein Wind-beutel, Windmacher, Großsprecher. —Charlatanerie (sprich: Scharlatanc-r i h), Marktschreierei, Windbeutelei, Prah-lerei.

charmiren (franz. sprich: scharmi-ren), entzücken, bezaubern, einnehmen. -charmant (sprich: scharmant), ange-nehm, lieblich, einnehmend.

Charniere (franz. sprich: Schar-,niär, wofür man gewöhnlich hört: Schar-nier), Gewinde, Schranbengang, (z. B-an Dosen).

Charon, nach der alten Fabellehce derFährmann, welcher die Todte» in der Un-terwelt über den Acheron, Cocytus undStyr führen mußte.

Charpie (franz. sprich: Scharpie),gezupfte Leinwand, Schabsel, Wundfade».

clliarta vianc» , stehe Blanket«

Llinrt» inaxna (lat.), Urkunde, welchedie Grundgesetze der englischen Freiheit undEtaatsverfaffnng enthält und vom KönigeJohann im Jahr 1215 auf Ansuchen sei-ner Stände, die ihn dazu nöthigte», aus-gefertigt ward. — Eben so klirrte (c„n-»Iltutionolw) (sprich: Schart'), die Ur-kunde der französischen Staatsverfaffungseit 1814. — Charter, Freibrief, Schirm-brief. — Chartisten, die freisinnigenEngländer, welche darauf dringen, daßdas Wahlrecht Allen gleich'zukomme. —Chartismus, der Geist eben dieser Partei.

Charteke. siehe Gcharteke.