Buch 
J.C. Schweizer's Fremdwörterbuch : zur Erklärung fremder Wörter und Redensarten, besonders in Bezug auf Alterthumskunde, Geschichte, Medizin, Rechtswissenschaft und Technologie
Entstehung
Seite
356
JPEG-Download
 

35ü Opsigamie.

Opstgainie (griech.), späte Heirath,Verehlichnng im Alter. — opsigollisch-spät erzeugt, entstanden. — Opstma-thie, das Spätlernen; die Lust, im Allererst noch etwas zu lernen.

Optativ (der) (lat.), die wünschendeRedearl in Zeitwörter», die im Deutschendurch mögen, künnen ausgedrückt wird.wahrend im Griechischen eine eigene Endungausreicht.

Optik (griech.), die Wissenschaft vomLichte und vom Sehen. Erdkunde; beson-ders die Lehre vom Sehen durch geradeLichtstrahlen; znm Unterschiede von derDioptrik, welche sich aus die gebroche-nen, und der Kakoptrik, welche sichauf die zurückgeworfene» Strahlen bezieht(stehe diese Artikel). — optisch, t. wasin der Optik gegründet ist. zu derselbe»gehört, oder daraus hergeleitet wird i 2.wie etwas dem Auge erscheint, im Gegen-satze mit der Art und Weise, wie es wirk-lich ist, z. B-o p ki sch er B e tr u g ist einesolche Täuschung, von welcher der Grundentweder in dem Auge des Sehende» , oderin dem Glase und Fernrohre liegt, wo-durch man etivas betrachtet; Gesichtstäu-schung.— Optiker, Dptikus, i. ei»Kenner der Optik, ein Lichtkundigec; 2.einer, welcher Augenglaser und andere op-tische Instrumente verfertigt. — Opto-Meter, Sehkraftmeffer, Werkzeug zurBestimmung der Scharfe des Gesichts.

Optimalen llat.), die Vornehme»,Angesehenen. — Optimatie, Herrschaftder Angesehenen. Vgl. Aristokratie-

Optimismus (lat.), die Lehre vonder besten oder bestmöglichen Welt; dieje-nige philosovbische Lehrmeiiiliiig, nach wel-cher behauptet wird, Gott habe unter denmögliche» Welten, die er sich gedacht, diebeste gewählt und erschaffen; wir dürfenalso überzeugt sein, daß das, was ein Ue-bel scheint. sich in ein Gutes verwandelt,daß wenigstens sich mehr Mangel zeigenwürden, wenn die Möglichkeit der Uebelhakte ausgeschlossen werden müssen. DieAnhänger dieser Lehre heißen Optimisten.(Vgl- Tveodicee.)

Option llat.), die Aefngniß. untermehrern Dinge» »ach Gefallen auswählenzu können; Auswahlunascecht.

opulent (lat.), sehr vermögend, sehr

Orange.

reich. — Opulenz, Reichthum, großesVermögen, Ueberflnß.

Opuntie, die Feigendistel, Blntfeige,eine amerikanische Pstanw, auf welcher dieCochenille lebt (siehe Cochenille), zumGeschlechte der CactuS gehörig. — Es gibtdaneben eine gemeine Opuntie.

Op»s (lat.), ein Werk, gekehrtes Werk.Buch. (Ist die einfache Zahl von ope>i,.)— Op»5 opki-atuni, eine Werktbat, dieman bloß verrichtet, damit sie gethan sei,ohne darauf zu sehen, auf welche Weise,und warum sie gethan werde; wie z. B-die äußerliche» Handlungen des Gottesdien-stes , wenn sie nicht von innerer herzlicherAndacht begleitet sind. — Opusculum,Werklein, kleine Schrift.

»>-» et l.iboi-i, llat.), bete und arbeite!

o,-a pro „vbi.°, bitte für uns.

Orakel (Oraculum) (lat.), >. Göt-keranSsornch. rarhselhafte Amwort der Göt-ter , welche den Anfragenden durch begei-sterte Personen ertheilt wurde: 2. der Ort,wo solche Aussprnche unter besondern Cere-monien ertheilt wurden. lEines der be-rühmteste» Orakel war das des Apollo zuDelphi, der seine Aniworten durch diePriesterin Pythia, die auf einem golde-nen Dreifüße saß. ertheilte, und das seinAnsetzn durch feinen Priesterbeirug langeZeit zu erhalten wußte.) Z. llneigenilich:eine Person. bei der sich viele Leute Narhserholen. Er ist ein Oi akel d. h. manhorcht am meisten auf ihn; er soll Aufschlußüber Alles ertheilen; er ist ein geschätzterNaihgeber. — orakelmäßig, geheimmß-voll, rathselhaft, dunkel.

Orale llat.), das päpstliche Kopftuch,der Hauptichleier.

Orange lfranz. sprich: Orangsch',vom lat. llur.iuiiuin:, die Pomeranze (auchder Pomeranzenbaum). — prange, po-meranzengelb. — Orangeade (sprich:Ora n gsch a hd ), Getränk aus Pomeran-zensafr, Zucker, und Wasser oder Wein.Wird Wein genommen. so wird das Ge-tränk auch Bischof genannt. — Oran-geat (sprich : Orangsch aal), eingemachtePomeranzeuschalen. — Orangerie (spr.:O r,c> ii g s cb e r i h), eine Sammlung vonPomeranzen, oder Zitronenbänmen; 2. dasGewächs- oder Treibhaus für dieselben.