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F r ftchte.
Eine Pflanze de* Orient’s, von welcher mehrere Varietäten bei uns gebautwerden, -..rmlich grofsc, kugelige oder etwas in die Länge gezogene, vielsaa-mige Kapseln, die beim Reifen unter der vielstrahligen, ziemlich grol'scn Narbein vielen Löchern aufspringen. Die Saamcnträger sind wandständig und scheiden-artin-. Man soll die Kapseln vor dem Reifen sammeln, wobei sie einen weifsen,milchigen, unangenehm bitter schmeckenden Saft von sich geben. Sie sind vonFarbe gelblich oder gelblichbraun, und besitzen nur dann einen bitterlichen, un-angenehmen Geschmack, wenn sie vor dem Reifen eingesammelt worden sind,da nach der Reife weder Morphium noch Mekonsäure in ihnen enthalten ist.Philipp konnte in einer grofsen Menge Mohnkopfcxtract keine Spur Morphiumentdecken, was Meylink, Stratingh und Trommsdorff bestätigten. Inreifen, auf magerem Boden gewachsenen Mohnköpfen fand cs R i c h a r d, D u p r a t undT i 11 o v, neuerlichst W i n c kI e r. Die grünen Stengel, Blätter und Kapseln von Papa-ver orientale untersuchte Petit (1827), fand Morphium. Die frischen Blätter von Papa-ver somniferum analysirte B 1 o n d c a u (1821), ohne jedoch Morphium zu ent-decken. Die Widersprüche dieser Untersuchungen haben wahrscheinlich darin ih-ren Grund, dafs bald unreife, bald halbreife, bald ganz reife Mohnköpfe unter-sucht wurden. Die getrockneten, unreifen Mohnkapseln sind runzelig, grünlich-braun und besitzen dabei einen auffallend starken Opiumgeruch. Gmelin nimmtzwei Arten des Mohns an, Papaver somniferum und Papaver officinale, die sichdadurch von einander unterscheiden, dafs die Kapseln bei der einen Art nach demReifen geschlossen bleiben, während die der andern aufspringen: allein dieseEigentümlichkeit wird vorzüglich durch den Einflufs des Bodens bestimmt.
Nr. 388. CARICAE.
Caiicae pingues. Ficus passae. Teen (Arab ). Unjeer (Pers. undDuk). Udunivara (Sans). Maj dipoondoo (Tel.). Simie attiepullum (Tarn.). Rata Attika (Cyng.). Dürre Feigen. Feigen.Fette Feigen.
Ficus Carica Linn. Ficus communis Lam. Feigenbaum. Monoecia,Androgpnia. CI. XXL Seet. 1. Familie der Eientdeerr.
Die Feigen sind schon seit den ältesten Zeiten als Nahrungsmittel bekannt,eben s< benützte man sie als Heilmittel. Man sammelt sie von dem sehr ästigenFeio-enlaum , der ohngefähr 600 Jahre vor Christus durch die Phünicier in Mar-seille tingeführt worden seyn soll. Bei uns zieht man ihn in Kübeln. Die Fei-gen shd der an den Enden der Zweige entspringende Blumenboden (Receptacu-lum), welcher die Gestalt und Gröfsc einer Birne erlangt. Die Feigen sind un-reif grün, erlangen beim Reifen eine braunviolette oder violettrothe Farbe, siesind der Länge nach leicht gefurcht, die Mündung mit kleinen Schuppen ge-schlossen. Bei der Reife sind sie fleischig, mit einem rothen oder violetten Flei-sche erfüllt, weich, in der Mitte hohl und dann mit kleinen, länglichrunden,weifälichen Saarnen (Achenen) bedeckt. Um das Reifwerden der Feigen in süd-lichen Ländern zu begünstigen, bedient man sich der Caprilieation. Man bringtnämlich den wilden Feigenbaum, der Ornus oder Caprificus heifst und des-sen Feigen von einem Insecte Cynips Psenes bewohnt werden, in die Nähedef Gartenfeigen; die ausfliegenden Insccten durchstechen die zahmen Feigen und