Früchte,
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bewirken so das schnellere Reifen. Diese Feigen müssen rasch in starker Hitzegetrocknet werden, wodurch sie an ihrer Siifsigkeit verlieren, die andern trock-net man an der Sonne. Bei uns finden sich folgende Sorten:
a) S my rn a f ei g e n: es sind die greifsten. Ihr Fleisch ist saftig, süfscrals das der andern, man nennt sie daher Caricae pingues. Sie werden inkleinen Kisten versendet und auch als Tafel fei gen verkauft.
b) Kranzfeigen: sie-sind grofs, rund, platt gedrückt, jedoch nicht sosaftig, die Haut ist stärker. In der Mitte sind sie durchstochen, und an ein Bast-band gereiht, welches an beiden Enden zusammengebunden ist, so dafs das Ganzeeinen Kranz bildet. Man erhält sie in Fässern, sie halten sich am längsten.
c) D al m at i n er f c i ge n : sie sind die kleinsten, frisch sehr angenehm vonGeschmack, doch verderben sie leicht. Man versendet sie in kleinen Fälschenoder Körben, die mit Lorbeerblättern ausgelegt sind. In der Farbe weichen dieFeigen nach dem Alter mehr oder weniger von einander ab, sie nehmen dannauch einen säuerlich siifsen Geruch an, und der angenehme, schleimig siifse Ge-schmack geht in einen widerlich siifsen über. Sie beschlagen aussen gerne miteinem weifsen Mehl (Zucker). Analysirt sind die Smyrnafeigen von Bley(1830): enthalten Feigenzncker. Man bewahrt die Feigen in Glas oder Blechkä-sten am besten auf; von der Milbe (Acarus domosticusl werden sie gerne zer-nagt, und verlieren dadurch ihr Ansehen, Farbe und Geschmack. In den Mut-terländern des Feigenbaumes dienen die Feigen als ein vorzügliches Nahrungs-mittel. In Spanien macht man durch Zusatz von Pinien, Mandeln u. s. w. Fei-genkäse. In Ferro gebraucht man sie zurBcreitung von Weingeist, zu welchem derSaft, der bei längerem Liegen aus den Feigen ausfliefst, ehe sie trocken sind,ebenfalls verwendet wird. Der Milchsaft des Feigenbaumes diente den Alten als
( Bindemittel bei Maloreien, er ist untersucht vonBizio (1827), undGciger undReim an n (1827). Ficus Sycomorus, in Aegypten einheimisch, giebt viele,jedoch nicht so wohlschmeckende Feigen: sein Holz diente zur Anfertigung vonMumiensärgen, da es unverweslich ist. Die Feigen von Ficus indica Vahl.besitzen einen faden Geschmack und werden nicht genossen,
Nr. 389. CERASA ACIDA.
Cerasa acida exsiccata. Cerasa acida siccata. Sauerkirschen.Weichseln-
Prunus C er a sus L hin. Cerasus acida Bord-, h. Sauerkirschen-baum. Icosandria, Monogynia. CI. XII. Ord. 1. Familie der Rosaceen.
Ein Baum des Orient’s, 680 v. Chr. von der Stadt Cerasus am Pontus Eu-xinus durch Lucullus nach Italien gebracht. Die bekannten Steinfrüchte, vondenen man viele Varietäten kennt. Frisch sind sie von Farbe dunkelbraun (ge-meine Weichsel) oder röthlichhraun (spanischeWeichsel), von angenehm säuerlichsüfsem Geschmack. Sie werden getrocknet runzelig, dunkelbraun, beinaheschwarzbraun und verderben leicht. Enthalten rothen Farbestoff, Schleim, Zucker,Pflanzcnsäure u. s. w. Die Saamen fettes, Blausäure haltendes Oel. Die jungenStämme besitzen einen angenehmen Geruch und werden defswegen häufig zu Ta-bucksrohren verwendet.