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Grundriss der Pharmakognosie des Pflanzenreiches / zum Gebrauche bei akademischen Vorlesungen, so wie für Aerzte, Apotheker und Droguisten entworfen von Theodor Wilhelm Christian Martius
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230
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Früchte.

Nr. 390. CERASA NIGRA.

Cerasa dnkia. Schwarze Kirschen. Süfse Kirschen. Vogel-kirschen.

Prunus avium Linn. Cerasus avium Müncli. PogeUdrschenbaum.Icosantlria, Monogynia. CI. XII. Ord. 1. Familie der Rosaceen.

Die allbekannten Steinfrüchte, frisch von dunkel schwarzbrauner Farbe, saf-tig, und von angenehm siifsein Geschmack. Es giebt mehrere Arten: die Herz-kirsche (Cerasus duracina Dec.) ist braunrot!), herzförmig und die grüfste. Sieenthalten Zucker, Schleim, Pflanzensäuren. Die Saamen fettes, Blausäure hal-tendes Oel. Dienen zur Bereitung des Kirschen wassers (Aqua Ceraso-rum) und des Ki rs ch cd gei st es, Basler Kirsch wassers (SpiritusC er a s.o r u m). In Dalmatien bereitet man aus den frischen Kirschen einen be-rühmten Liqueur, Maraschino de Zara.

Nr. 391. DACTYLI.

Dtictes. Dattes. Palmulae. Trageinata. Datteln.

P ho en ix dactylif era Linn. Phoenix excelsa Cav. Dal telpalme.

Hcxandi ia , Trigynia. CI. VI. Ord. 3. Familie der Palmen.

Die schon seit alten Zeiten als Nahrungsmittel bekannten Steinfrüchte derim nördlichen Afrika und dem südlicheren Asien einheimischen Dattelpalme. Die Ilänglichrunden, becrcnartigen, pflaumengrofsen Steinfrüchte werden kurz vor dem ^Reifen gepflückt (so schmecken sie herb), auf Haufen geschüttet und der Sonneausnesetzt, wodurch sie trocknen und süfs werden. An der Basi; sind sie etwas idicker, öfter noch mit dem schuppigen Kelch versehen. Die Haut umschliefst 1eine markige Substanz, aus welcher sich mit der Zeit Zucker absetzt: frisch er- |scheint sie glänzend, schwach durchscheinend, geruchlos, angenehm süfslich, ,!schwach schleimig. Der Saume (Dattelkern) ist länglich, ziemlich rundlich, 'ibräunlichgelb , an seinem obern Ende'zusammengedrückt, auf der einen Seite der jLänge nach mit einer Furche versehen, und mit einem weifsen , durch: htigen jHäutchen locker umgeben. Man kennt bei uns verschiedene Sorten, die wahr- &scheinlieh durch Cultur, oder gröfsere Sorgfalt beim Trocknen u. s. w. eutstan- j

den sind,

a) Alexandrinische Datteln: die gröfsten 11/2 Zoll lang, von gelb-brauner Farbe, und weichem, süfsem, wohlschmeckendem Fleisch.

b) Jaffadattelu; in Farbe und Geschmack den vorhergehenden gleich,und etwas kleiner.

c) Barbarische Datteln, Datteln aus der Barbarei: sie sindkleiner, das Fleisch ist trockuer, die Farbe schmutziggelb; es sind die am we-nigsten geachteten.

Die Datteln müssen frei vom Wurmfrafs seyn, und keinen säuerlichen Ge-ruch besitzen. Früher gebrauchte man die Saamen (Nuclei Dactylorum): sindneuerlichst als KafFeesurrogat empfohlen worden: Kästner. Eilf Pfund Dattelngeben ein Pfund Saamen, 450 Saamen wiegen ein Pfund. Man kennt mehrereArten der Datteln, drei Sorten beschreibt Guys, die kleinste ist grün und von jder Form einer Olive. Die Datteln werden gerne von Milben zernagt, auch ver- ']